Ich hatte mich sehr auf das Tertial gefreut und war dann im Endeffekt leider etwas enttäuscht.
Zuerst hab ich eine Rotation in der Kinderchirurgie im Hospital Perreira Rossel gemacht. Dort war das Team super cool, es wurde viel Mate getrunken und gequatscht und ich konnte viele Fragen stellen, bin bei der Visite mitgelaufen und konnte im OP zuschauen. Das war es dann allerdings leider meistens. Oft waren wir mehr Personal (inkl. Studis) als Patient*innen und selbst die Residentes (Assistenzärzt*innen) haben nicht viel gemacht. Im OP haben auch immer so viele Leute zugeschaut, dass ich mich fast nie einwaschen konnte. Ich würde schon sagen, dass ich mich bemüht habe - hab immer gefragt, hab auch Nachtdienste gemacht, bin in die Ambulanzen gegangen und ich konnte auch schon zu Beginn ganz gut Spanisch. Aber praktisch gab es einfach nicht viel für mich zu tun.
Ich bin dann auf die Allgemeinchirurgie ins Hospital Maciel gewechselt, und da war es leider noch schlechter. Ich hatte das Gefühl, dass die Ärzt*innen vor Ort gewohnt sind, dass europäische Studis eigentlich nur kommen, um sich die Unterschrift zu holen. Ich bin immer in den Visiten mitgelaufen und hab Fragen gestellt, aber es kam sehr wenig zurück und auch die einheimischen Studis haben meiner Meinung nach sehr wenig Teaching bekommen. Leider war mir recht oft langweilig. Ich hab dann versucht in andere Abteilungen zu rotieren, hab Dienste auf der Gyn/Geburtshilfe und in der Neurochirurgie mitgemacht und Nächte in der Notaufnahme verbracht (das ist noch das, was ich am meisten empfehlen kann. Aber auch dort: soo viele Studis für nicht viele Aufgaben).
Wenn man sehr viel Freizeit möchte, ist es prima, aber ich hatte mir etwas mehr medizinische Learnings erhofft.
Der Osten von Uruguay ist schön und wild, außerdem fand ich eine Fahrt mit der Fähre nach Buenos Aires sehr lohnenswert! Es gibt eine ganz coole Acroyoga Community in Montevideo und natürlich kann man viel tanzen gehen, von tango bis bachata.