PJ-Tertial-Bericht am CHU Montpellier

Orthopädie

Montpellier, Frankreich · 8 Wochen · Station Chirurgie des membres superieurs · 03/2025 – 06/2025

Veröffentlicht am

2.20
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 2
Team Station 3
Kontakt zur Pflege 2
Ansehen des PJlers 3
Klinik insgesamt 2
Unterricht 2
Betreuung 3
Freizeit 1
Station / Einrichtung 3

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0

Erfahrungsbericht

Wohnungssuche war mühsam. Französische Plattformen halfen wenig (meist Mindestmietdauer 6 Monate). Über wg-gesucht.de fand ich ein Zimmer in einer WG im Stadtzentrum. Im Nachhinein würde ich eine Suche über ERASMUS Whatsapp-Gruppen empfehlen, dort findet man super schnell etwas. Es gibt auch Zimmer in Studentenwohnheimen für ERASMUS Studenten, hab ich später rausgefunden. Mietkosten: 650 €/Monat (teurer als durchschnittlich). Keine Klimaanlage, was im Juni problematisch wird. Ansonsten super Lage im Centre historique. Würde eine zentrale Lage empfehlen trotz der Kosten, weil man sonst abends schwer nach hause kommt, wenn man mal ausgeht. Achtung: Die meisten Wohnungen werden nur bis Mitte/Ende Juni an Studenten vermietet, weil französische Studenten für den Sommer oft wieder nach Hause ziehen. Und fast alle Vermieter fordern einen Garantie, also eine offizielle Birgschaft durch Eltern oder andere Wege. Auch fordern die meisten Haushaltsversicherungen, über deutsche Versicherungen ist dann oft schwierig, ich empfehle online eine abzuschließen über Assurance Etudiante ADH. Tagesbeginn 7:30 Uhr mit Morgenbesprechung. Man ist fest einem Chirurgin zugeteilt – Vorteil: feste Bezugsperson; Nachteil: hängt stark von der Person ab, was man machen darf. Im OP ist man fast immer am Tisch. Aufgaben: Assistenz, Nähte, Hakenhalten, gelegentlich auch Instrumentieren in der Traumatologie (mit Unterstützung der OP-Pflege). Man sieht ein breites Spektrum: Frakturversorgung, Prothesen, Arthroskopien, Tumor-OPs, Karpaltunnel etc. Auch super gutes fachliches Niveau. Meine Erfahrung ist etwas biased. Nach einem Missverständnis mit meinem ersten zugeteilten Chirurgen Herr Pierre-Emmanuel Chammas (wegen zweimaligem Zuspätkommen) wurde ich von ihm rausgeschmissen. Die Art und die folgenden Interaktionen mit ihm empfand ich als sehr respektlos und diskriminierend. Ich konnte aber zum Glück schnell zu einem anderen, sehr kollegialen und freundlichen Arzt Dr. Yannis Yahiaoui wechseln. Arbeitsschluss meist zwischen 13–17 Uhr. Die meisten Chirurgen arbeiten nur 3-4 Tage die Woche. Kittel wird gestellt. Kein strukturierter Unterricht. Lerneffekt abhängig vom betreuenden Arzt. Wer aktiv fragt und Interesse zeigt, profitiert. Wer früh gehen will, der wird vielleicht schief angeschaut, kann aber gehen. Hierarchien steiler als in Deutschland. Umgangston teils distanziert, aber freundlich. Anfangs eher zurückhaltend, dann zunehmend offener. Mittagessen, Kaffee und Frühstück in der Kantine waren für uns kostenlos – großes Plus. Montpellier ist eine lebendige Studentenstadt mit viel Erasmus-Flair. Zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten (Strand, Pic Saint-Loup, Palavas-les-Flots, Marseille etc. in der Nähe). Viele Ausflüge und Events über ELM-Gruppe. Gute Möglichkeit um Abschluss zu finden. Fête de la Musique am 21. Juni war ein Highlight. Gute Mischung aus Klinikalltag und Freizeit. 2 Monate waren nicht genug für die Stadt.

Bewerbung

Orthopädie und Unfallchirurgie (obere Extremitäten). Ich wollte 2 Monate Allgemeinchirurgie und dann 2 Monate Unfallchirurgie/Ortho machen, aber trotz der frühzeitigen Bewerbung bekam ich nie eine Antwort auf meine Bewerbung von der Allgemein/ Viszeralchirurgie (marie.pignet@chu-montpellier.fr). Bewerbung ca. 16 Monate im Voraus bei Station. Kontaktaufnahme war schwierig, da die meisten Ärzte, Sekretäre etc. keine E-Mail-Adresse angeben. Orthopädie antwortete schnell und positiv. Erst Kontakt mit der Abteilung über damals Mme Cindy Simon, jetzt christine.correia@chu-montpellier.fr bei Prof. Coulet, dem Chefarzt. Dann nach Bestätigung und ausgefülltem Formular, Antrag über das International Office bei M. Omar Masrar omar.masrar@umontpellier.fr oder Mme Stella Zaragoza stella.zaragoza@umontpellier.fr . Man braucht neben Impfungen (und neg. Tuberkulose-Nachweis), Gesundheitsurkunde usw. auch eine in Frankreich geltende Krankenversicherung (gibts kostenlos bei Marburger Bund zB) und eine assurance "responsabilité civile-vie privée" (Haftpflichtversicherung).

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