Wohnungssuche war mühsam. Französische Plattformen halfen wenig (meist Mindestmietdauer 6 Monate). Über wg-gesucht.de fand ich ein Zimmer in einer WG im Stadtzentrum. Im Nachhinein würde ich eine Suche über ERASMUS Whatsapp-Gruppen empfehlen, dort findet man super schnell etwas. Es gibt auch Zimmer in Studentenwohnheimen für ERASMUS Studenten, hab ich später rausgefunden. Mietkosten: 650 €/Monat (teurer als durchschnittlich). Keine Klimaanlage, was im Juni problematisch wird. Ansonsten super Lage im Centre historique. Würde eine zentrale Lage empfehlen trotz der Kosten, weil man sonst abends schwer nach hause kommt, wenn man mal ausgeht. Achtung: Die meisten Wohnungen werden nur bis Mitte/Ende Juni an Studenten vermietet, weil französische Studenten für den Sommer oft wieder nach Hause ziehen. Und fast alle Vermieter fordern einen Garantie, also eine offizielle Birgschaft durch Eltern oder andere Wege. Auch fordern die meisten Haushaltsversicherungen, über deutsche Versicherungen ist dann oft schwierig, ich empfehle online eine abzuschließen über Assurance Etudiante ADH.
Tagesbeginn 7:30 Uhr mit Morgenbesprechung. Man ist fest einem Chirurgin zugeteilt – Vorteil: feste Bezugsperson; Nachteil: hängt stark von der Person ab, was man machen darf.
Im OP ist man fast immer am Tisch. Aufgaben: Assistenz, Nähte, Hakenhalten, gelegentlich auch Instrumentieren in der Traumatologie (mit Unterstützung der OP-Pflege). Man sieht ein breites Spektrum: Frakturversorgung, Prothesen, Arthroskopien, Tumor-OPs, Karpaltunnel etc. Auch super gutes fachliches Niveau. Meine Erfahrung ist etwas biased. Nach einem Missverständnis mit meinem ersten zugeteilten Chirurgen Herr Pierre-Emmanuel Chammas (wegen zweimaligem Zuspätkommen) wurde ich von ihm rausgeschmissen. Die Art und die folgenden Interaktionen mit ihm empfand ich als sehr respektlos und diskriminierend. Ich konnte aber zum Glück schnell zu einem anderen, sehr kollegialen und freundlichen Arzt Dr. Yannis Yahiaoui wechseln. Arbeitsschluss meist zwischen 13–17 Uhr. Die meisten Chirurgen arbeiten nur 3-4 Tage die Woche. Kittel wird gestellt.
Kein strukturierter Unterricht. Lerneffekt abhängig vom betreuenden Arzt. Wer aktiv fragt und Interesse zeigt, profitiert. Wer früh gehen will, der wird vielleicht schief angeschaut, kann aber gehen.
Hierarchien steiler als in Deutschland. Umgangston teils distanziert, aber freundlich. Anfangs eher zurückhaltend, dann zunehmend offener. Mittagessen, Kaffee und Frühstück in der Kantine waren für uns kostenlos – großes Plus.
Montpellier ist eine lebendige Studentenstadt mit viel Erasmus-Flair. Zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten (Strand, Pic Saint-Loup, Palavas-les-Flots, Marseille etc. in der Nähe). Viele Ausflüge und Events über ELM-Gruppe. Gute Möglichkeit um Abschluss zu finden. Fête de la Musique am 21. Juni war ein Highlight. Gute Mischung aus Klinikalltag und Freizeit. 2 Monate waren nicht genug für die Stadt.