PJ-Tertial-Bericht am Hospital das Clínicas da Universidade Estadual de Campinas

Chirurgie

Campinas, Brasilien · 8 Wochen · Station Traumachirurgie, Allgemeinchirurgie, Thoraxchirurgie, Kinderchirurgie · 01/2024 – 03/2024

Veröffentlicht am

1.13
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 1
Team Station 2
Kontakt zur Pflege 1
Ansehen des PJlers 1
Klinik insgesamt 1
Unterricht 1
Betreuung 1
Freizeit 2
Station / Einrichtung 1

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0

Erfahrungsbericht

1. Planung Ich habe damals einige brasilianische Universitäten, die auf meiner LPA-Liste standen, angeschrieben. Leider werden zum Teil nur Studenten aus Partneruniversitäten über Kooperationsvereinbarungen aufgenommen. An der Unicamp gab es diese Voraussetzungen allerdings nicht und habe dann noch recht kurzfristig einen Platz erhalten. Die Bewerbung lief über ein Portal mit Ausfüllung eines Online-Formulars und Einreichen von verschiedenen Unterlagen (Recommendation Letter, Lebenslauf, Motivationsschreiben). Der Emailverkehr war zum Teil etwas verzögert, ich konnte aber meinen eigenen Rotationsplan für die 4 Monate erstellen. Die Zusage habe ich ca. drei Monate im Vorfeld erhalten.  Ich habe mich im Vorfeld auch erkundigt, ob mir die notwendigen Unterlagen ausgestellt werden würden. ( z.B. Studentenstatusbescheinigung vom Dekan). Da ich Portugiesin bin, habe ich keine Sprachkurse absolvieren müssen. Reiseimpfungen hatte ich schon alle und musste mich auch nicht mehr um eine Auslandskrankenversicherung kümmern, dafür sollte man aber auch etwas Zeit einplanen. 2. Visum  Am besten sich bezüglich Visabefreiung informieren. Für mich galt eine Visapflicht ab einem Aufenthalt von über 90 Tagen. Da ich vorhatte nach dem Tertial noch etwas zu reisen, habe ich das Studentenvisum IV für 4 Monate ca. 2-3 Monate im Vorfeld beantragt. Da man sich um viele Unterlagen kümmern muss, ist es sinnvoll sich frühzeitig darum zu kümmern. Eine CPF-Nummer, die man für SIM-Karten, Online-Einkäufe, etc.. braucht, habe ich ebenfalls beim brasilianischen Konsulat beantragt. 3. Anreise Am einfachsten über den internationalen Flughafen in Guarulhos und dann per Bus nach Campinas. Innerhalb der Stadt habe ich mich meistens innerhalb des Uni-Viertels zu Fuß oder bei längeren Strecken mit Uber oder inDrive. 4. Unterkunft Ich habe auf Facebook und Instagram nach Républicas (Stundentenwgs) gesucht, allerdings war es schwierig weit im Vorfeld was zu finden. Ansonsten kann man auch erfolgreich vor Ort nach Unterkünften wie z.B. Kitnet (Einzimmerwohnungen) suchen. Schlussendlich habe ich mich für Airbnbs in Barão Geraldo, dem Uni-Viertel, entschieden, die preislich im Gegensatz zu anderen Optionen etwas teurer sind (300-400€/Monat). 5. Praktikum Ich war 4 Wochen in der Allgemeinchirurgie, 4 Wochen in der Traumachirurgie, 2 Wochen in der Kinderchirurgie und 2 Wochen in der Thoraxchirurgie. Geplant waren ursprünglich noch 3 Wochen Herzchirurgie, da es aber mein letztes Tertial war und ich noch vorhatte zu reisen, habe ich mir für die letzten Wochen Fehltage genommen und dies mit Clariza abgesprochen. Portugiesich-Kenntnisse sind im Allgemeinen keine Voraussetzung und die meisten Dozenten und Studenten sprechen Englisch, allerdings finden die Visiten und die Patienteninteraktionen fast ausschließlich auf Portugiesisch statt. Ich denke man kann im Alltag mit einigen Portugiesisch-Kenntnissen sowohl medizinisch, als auch kulturell und zwischenmenschlich mehr mitnhemen. Ich kann auch empfehlen, sich mit den medizinischen Fachbegriffen etwas vertraut zu machen. (Amboss gibt es mittlerweile auch auf Portugiesisch.) Allgemeinchirurgie Die Rotation durch die vier Subfachrichtungen (Oberes GIT, Leber, Gallenwege/bariatrische Chirurgie, Kolon) konnte ich flexibel einrichten. Generell gab es morgens meistens Visite. Die Patienten wurden unter die PJer aufgeteilt, die Patientenfälle dann bei Oberarztvisite vorgestellt und besprochen. Das Praktikum ist eher ,,observational”, weswegen ich mich auf Station meistens einem Studierenden angeschlossen habe und mit ihm/ihr die Visite gemacht habe. Je nach Station kann man nach Absprache auch eigene Patienten übernehmen. Ich hatte oft Gelegenheit mit in den OP zum Assistieren zu gehen, ca. 1-2/ Woche und man kommt öfter dazu auch praktisch tätig zu werden. Ansonsten gibt es fast täglich Unterricht oder Fortbildungen, die sich sehr lohnen. An den Nachmittagen gibt es meistens Ambulanzsprechstunden, wo ich auch selbst Patienten sehen durfte oder mit den Studenten aus dem 6. Jahr mitgelaufen bin. Ich habe mich hier richtig gut aufgehoben gefühlt, insbesondere war auch die Betreuung seitens der Dozenten richtig gut. Traumachirurgie Ich war zwei Wochen auf Station. Auch hier gibt es an den Nachmittagen praktische Kurse wie Sono-Kurse, Notfallsimulationskurse oder einmal die Woche Ambulanz. Da die Traumarotation für die dortigen PJer nur zwei Wochen dauert und der Kurszyklus sich dann wiederholt, bin ich für die zweite Hälfte des Blocks in die Notaufnahme. Die Arbeitszeiten von 7 bis 18 Uhr, sowie das Pensum sind anspruchsvoll, wenn man aber motiviert ist und Initiative zeigt, kann man hier sehr viel selbstständig arbeiten und viel mitnehmen. Kinderchirurgie Leider kann ich diese Abteilung eher weniger empfehlen, aus dem Grund heraus, dass das Praktikum hier aus ersichtlichen Gründen sehr beobachtungsbezogen war, sowohl im OP als auch in der Ambulanz . Die Fälle, die ich dort verfolgt habe, waren sehr spannend, allerdings gab es keinen richtigen Unterricht, da die PJer auch nicht in die Kinderchirurgie rotieren. Thoraxchirurgie Ich hatte ich Gelegenheit mit in den OP zu gehen, allerdings auch nur zum Beobachten. Man kann sich hier auch die Bronchoskopien anschauen. Generell war der Stundenplan hier eher entspannter.  Grundsätzlich würde ich sagen, dass wenn man alle Lernangebote (OP, Ambulanz, Notaufnahme) in Anspruch nimmt, die Arbeitstage schon eher lang sind (bis 18–19Uhr) und Freizeit demnach eher limitiert ist unter der Woche, allerdings kann man sich den Stundenplan auch etwas flexibler gestalten und auch mal Fehltage zum Reisen nehmen. Im Allgemeinen ist das Praktikum am HC an vielen Stellen eher “observational”. 6. Allgemeine Erfahrung Insgesamt wurde ich von den Brasilianern und insbesondere von den brasilianischen Studenten super gut aufgenommen und von Anfang an zu Veranstaltungen eingeladen und mitgenommen. Da es in den jeweiligen Abteilungen immer eine größere Gruppe an PJern gibt, die dort zu dem Zeitpunkt rotiert, habe ich sehr schnell Anschluss gefunden. Auch gab es im selben Zeitraum andere internationale Studenten an der med. Fakultät und das International Office ist sehr bemüht, dass man sich untereinander connected. Grundsätzlich habe ich mich sehr wohl und willkommen gefühlt. Die brasilianische Offenheit und Warmherzigkeit hat das Ankommen dort, das Anschlussfinden und Freundschaften-Schließen richtig einfach gemacht.  Was ich von meinem Aufenthalt dort mitgenommen habe, sind insbesondere die zwischenmenschlichen Interaktionen und Beziehungen sowie die interkulturellen Erfahrungen, die eine richtige Bereicherung waren.  Ich konnte sowohl während das Tertials als auch im Anschluss viel mit Freunden reisen und würde auf jeden Fall empfehlen, die Gelegenheit zu nutzen mal am Wochenende an die Küste zu fahren oder öfter nach São Paulo oder Rio und wenn möglich auch in den Nordeste. Ich kann das Tertial dort jedem empfehlen.

Bewerbung

Ich habe mich ca. 6 Monate im Voraus beworben, kurzfristigere Bewerbungen sind daher möglich. Ich habe damals Clariza Casimiro vom International Office der med. Fakultät angeschrieben und mich nach dem Bewerbungsprozess erkundigt. Von ihr habe ich dann alle Informationen erhalten; die Bewerbung lief dann über das Online-Bewerbungsportal. (https://www.fcm.unicamp.br/fcm/node/12675)

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