PJ-Tertial-Bericht am Groote Schuur Hospital

Dermatologie

Kapstadt, Suedafrika · 8 Wochen · Station Dermatologie · 11/2022 – 03/2023

Veröffentlicht am

1.00
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 1
Team Station 1
Kontakt zur Pflege 1
Ansehen des PJlers 1
Klinik insgesamt 1
Unterricht 1
Betreuung 1
Freizeit 1
Station / Einrichtung 1

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0
Gebühren
3500

Erfahrungsbericht

Das gesamte Team der Dermatologie ist unglaublich nett. Die Derma steht unter Leitung von Prof. Ranks (Rannakoe Lehloenya), der gefühlt ein wandelndes dermatologisches Lexikon ist. Er kennt jede Studie zu jeder Erkrankung, weiss welche Medikamente gerade in Forschung sind, hat tiefenfundiertes Wissen bis ins kleinste Detail der Biochemie zu jeder Erkrankung und und und. Er legt zudem viel Wert darauf, dass seine Schützlinge ebenso die tiefen Grundlagen der Erkrankungen verstehen und fragt diese regelmäßig ab. Wer großes Interesse hat, kann auch unter seiner Leitung publizieren. Prof. Ranks fallen immer Themen bei der Visite ein, zu denen es keine Studien gibt und hilft einem beim Schreiben. Das Patientenklientel ist durchaus mehr infektiologisch als in Deutschland. Dafür kann man aber auch spannende Dinge sehen wie diverse kurios aussehende Pilzerkrankungen, Hauttuberkulose, Scabies, HIV, Syphilis, Lepra (in meinem Tertial hatten wir einen Fall!),... Die Patienten kommen zum großen Teil aus den Townships und warten recht lange bis sie ins Krankenhaus gehen. Daher sieht man recht oft Fälle von Psoriasis mit teils über 90% KOF Befall oder weit fortgeschrittene bullöse Pemphigoiden. Man hat die Möglichkeit auf der Station zu arbeiten oder in den normalen Sprechstunden mitzugehen. Hier kann man entweder mit einem der Ärzte zusammen die Patienten anschauen und besprechen oder auch seine eigenen Patienten bekommen und Befunde+Therapie mit einem der Consultants besprechen. Es gibt außerdem einen Biopsieraum, in dem man Stanzen etc durchaus selber machen kann. Leider ist der Laser schon seit längerer Zeit defekt. In meinem Tertial sollte eigentlich ein Neuer kommen, aber es hat sich keiner richtig drum gekümmert... Zweimal die Woche finden Sprechstunden im Kinderkrankenhaus statt. Habe ich immer Dienstag mitgemacht und war ebenso spannend. Die beiden Professorinnen vor Ort sind super nett und erklären viel. Sie holen einen zu jedem spannenden Fall extra hinzu! Anschliessend erfolgt nach der Mittagspause im GSH die Biopsiebesprechung am Mikroskop. Es sind zwei Pathologen anwesend die die Veränderungen im Biopsat erläutern. Zusätzlich werden über einen Projektor initiale Bilder des Patienten gezeigt und gemeinsam wird eine Diagnose und/oder DDs erarbeitet. Donnerstags lohnt sich die Hautkrebssprechstunde. Dort werden am Ende des Tages den Onkologen und plastischen Chirurgen die Patienten vorgestellt und das weitere Procedere besprochen. Man kann hier ua Vereisen und Kürretagen selbst machen. Freitags ist Chefarztvisite, die immer sehr lehrreich ist, da Prof. Ranks wahnsinnig viel erklärt und auch nachfragt (Vorbereitung ein echtes Muss!). Arbeitswoche: Mo 7.30 Journal Club 8-13/14 Uhr Outpatients clinic Di 8.30-12/13 Uhr Red Cross Childrens Hospital (Kindersprechstunde) 14-16 Uhr Groote Schuur Biopsiebesprechung am Mikroskop mit den Pathologen Mi 8-13/14 Uhr Outpatients clinic Do 8.30-13 Uhr Red Cross oder Skin cancer clinic Fr 9-14/15 Uhr große Visite mit Prof. Ranks und Dr. Isaacs auf Station Es gibt an verschiedenen Tagen auch Unterricht zu unterschiedlichen Themen, die entweder um 7.30 Uhr oder 15 Uhr gelehrt werden. Ich war die einzige PJlerin (und bis auf 2 Wochen) auch die einzige Studentin dort und daher hatte ich eigentlich ausschließlich eine 1:1 Betreuung. Wenn man sich mit den Registrars aber gut stellt, sind sie immer motiviert dir was zu erklären. Einziger Negativpunkt für mich war, dass nicht alle leitliniengerechten Therapien zur Verfügung stehen oder zu teuer sindund daurch erst andere Therapien ausgeschöpft werden sollen. Der Standard ist schon vergleichbar mit Deutschland und den USA, aber eben aufgrund der Gegebenheiten nicht immer möglich. Alles in Allem kann ich das Derma-Tertial dort nur empfehlen! Man hat ein super liebes Team, das extrem freundlich, hilfsbereit und lehrfreudig ist. Man lernt tatsächlich eine Menge und sieht viele seltene Sachen. Dennoch arbeitet man sich mit den entspannten Arbeitszeiten nicht zu Tode. Wenn man mal eine Woche einfach verreisen will, einen Tag oder verlängertes Wochenende nicht kann, ist das auch garkein Problem und wird nirgends dokumentiert. Man muss es nur absprechen und dann sind sie da sehr großzügig.

Bewerbung

Das ganze Tertial hat glaub ich R60.000 gekostet und war nicht ganz günstig. Bewerbungen laufen normal über die UCT, müssen aber anscheinend mitlerweile mind. 2 Jahre im Vorraus gemacht werden.
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