PJ-Tertial-Bericht am Universitetssykehuset Nord-Norge

Plastische Chirurgie

Tromso, Norwegen · 8 Wochen · Station Plastische Chirurgie und Brust-/endokrine Chirurgie · 01/2023 – 03/2023

Veröffentlicht am

1.00
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 1
Team Station 1
Kontakt zur Pflege 1
Ansehen des PJlers 1
Klinik insgesamt 1
Unterricht 1
Betreuung 1
Freizeit 1
Station / Einrichtung 1

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0
Vergütung
Erasmusförderung je nach Aufenthaltsdauer

Erfahrungsbericht

Eine Organisation eines PJ-Tertiales in Norwegen bzw. Schweden ist aufwendig, aber es lohnt sich :) Der Bewerbungsprozess ist der gleiche wie für ein Erasmus-Auslandssemester. Sprachnachweise, Motivationsschreiben, Learning Agreement usw. - all das muss vorher geregelt werden. Für Norwegen kam außerdem ein MRSA-Test hinzu. Dieser muss negativ vor Arbeitsbeginn vorliegen und in Englisch ausgestellt sein. In meiner Hausarztpraxis konnte mir kurzfristig zwischen den Feiertagen geholfen werden. Elin Holm ist die Verantwortliche für ausländische Medizinstudierende, mit der man sich vorher in Kontakt setzt. Bei rechtzeitiger Anreise zeigt sie einem vor Arbeitsbeginn das Krankenhaus und wo man Kleidung erhält. Ich erhielt per Mail ein Einteilung: 6 Wochen Plastische Chirurgie und 6 Wochen endokrine und Brustchirurgie. Wegen der Anerkennung in Deutschland hatte ich da erstmal Angst, aber bei der Ausstellung der Bescheinigung schreibt man einfach nur "Surgery" und dann passt das alles. Ich kann beide Abteilungen, v.a. aber die Plastische Chirurgie total empfehlen. Aus der Allgemeinchirurgie habe ich nicht so viel Gutes gehört, da das team viel größer ist, dort viele norwegische Studierende ihre Kurse haben und man im Prinzip nur hospitiert. In der Plastischen Chirurgie erhielt ich eine umfangreiche Einführung in Naht-und Fadenkunde, assistierte am Anfang, durfte im Verlauf immer die Haut und Subkutannaht machen und führte am Ende kleine Exzisionen selbstständig von der Lokalanästhesie bis zum Pflaster/Verband durch. Die Plastsiche Chirurgie teitl sich tgl. in die Poliklinik, Dagkirurgi und Haupt-OP, sowie einen ambulanten OP mit v.a. dermatologischen Eingriffen im Gesicht. Auf Station war ich so gut wie nie. Am Morgen dauert die Frühbesprechung ca. 1 h und man kann viel lernen. Die internen Fortbildungen und Vorträge finden 2-3x pro Woche statt. Studientage gibt es zwar nicht, aber der Chef sagt einem am Anfang direkt, dass man auch mal freimachen kann, um zu reisen. In der endokrinen und Brustchirurgie war es etwas strenger. Eingriffe sind an der (Hemi-)Thyreodektomie, Parathyreodektomie, LK-Dissektionen, NNR-Entfernungen und Brustkrebschirurgie (BET, Mastektomie, SLN, Axilladissektion). Wenn ich nicht assistieren konnte, fragte ich immer mal wieder in der Plastischen Chirurgie. Bezüglich der Freizeit schlät das Outdoor-Herz höher: Loipen überall auf der Insel, Fjellski, Schneeschuhwanderungen, Touren-Ski und im Winter ein cooles Bad und Kletterhalle. Unbedingt eine SIM-Karte für Turbo im Stadtzentrum neben der Bibliothek besorgen, um sich kostenlos Ausrüstung auszuleihen! Sprache: Ich spreche Schwedisch und passte das im Verlauf an Norwegisch an. Alle sind aber auch bemüht Englisch zu sprechen. Dennoch finde ich, dass man auf Norwegisch mehr partizipieren kann.

Bewerbung

Im Oktober 2022 war die Bewerbungsfrist des Erasmus-Portals der UiT für das Frühjahrsemester. Zuvor war eine Nominierung durch die Erasmus-Koordinatorin meiner Heimat-Universität notwendig. Vorher ist zu prüfen, wie viele Plätze eure Uni hat und ob diese eher für Semester-Studierende reserviert sind (bei mir war das z.B. in Trondheim so). Als Tertiale sind nur ein Herbst- oder Frühlingstertial aufgrund der Semesterdaten in Norwegen und der Bewerbungsfristen geeignet. Ich bewarb mich für 12 Wochen Chirurgie. Die Rückmeldung kam sehr kurzfristig Anfang Dezember. Mit der Wohnheimbewerbung hatte ich Glück. Innerhalb von 2 Tagen nach Online-Bewerbung hatte ich ein Zimmer in einer 4er-WG in Stakkevollan (fußläufig zum KH). Für die letzte Dezemberwoche nahm ich mir Fehltage und begann am 02.01.23 in Tromsö. Ein so kurzfristiger Wechsel war im PJ-Portal nur möglich, da ich ohnehin die Platzhalterfunktion Ausland für die Schweiz ausgewählt hatte, dort dann aber kurz vor knapp absprang.

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