PJ-Tertial-Bericht am Kantonsspital Obwalden
Innere
Sarnen, Schweiz
·
16 Wochen
·
Station Internistische Station + interdisziplinäre Ambulanz
·
10/2008 – 12/2008
Veröffentlicht am
4.00
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien
Einzelbewertungen
Gesamt
4
Team Station
3
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
5
Klinik insgesamt
3
Unterricht
6
Betreuung
5
Freizeit
5
Station / Einrichtung
4
Erfahrungsbericht
Die Schweiz ist ein sehr schönes Land. Auch der Kanton Obwalden ist sehr schön und dessen Hauptstadt Sarnen. Sogar das Spital ist eigentlich ganz ansehnlich.
Weniger schön ist es, dass man dort in der Inneren als PJler recht hart schuften muss, ohne im Gegenzug eine angemessene Lehre zu erhalten. Das war zumindest mein persönlicher Eindruck. Vielleicht bin ich in dieser Bewertung etwas zu streng, da ich in der Schweiz mein letztes Tertial absolviert habe und meine beiden vorherigen Tertiale einfach großartig waren. Und man sollte ja auch nicht immer alle(s) über einen Kamm scheren. Daher hier einfach die Fakten:
- Man arbeitet abwechselnd auf der Station oder auf dem interdisziplinären Notfall
- Man muss (je nach Anzahl der anderen UHUs) relativ viele Dienste schieben
- Zu meiner Zeit kam man selten vor 19 Uhr nach Hause und dann war man meistens so fertig, dass man nicht mehr viel machen konnte
- Prinzipiell bietet die Gegend drumherum sehr viele tolle Freizeitmöglichkeiten, leider war aber die Freizeit zu beschränkt, um diese adäquat nutzen zu können
- Einige (nette) Assistentsärzte erklären einem mal ein bißchen was, wenn zwischendurch Zeit ist, ansonsten findet Lehre komplett gar nicht statt
- Die Arbeit auf dem Notfall kann interessant sein, man darf sogar nähen
- Die Arbeit auf der Station kann langweilig sein, man ist nichts anderes als eine überqualifizierte Sekretärin
- Man bekommt immerhin Geld für seine Arbeit und das Essen in der Kantine ist lecker (muss man zahlen, ist aber billiger)
- Man kann unter Umständen den Learning-by-doing Effekt kennen und schätzen lernen
- Man lernt nebenbei eine neue Sprache (Schweizerdeutsch)
- Man eignet sich eine gewisse Frustrationstoleranz an
- Als UHU (=PJ) ist man in erster Linie billige Arbeitskraft und nicht Student
- Alles in Allem war´s nicht ganz so schlimm - was hätte ich nur ohne die anderen UHUs und den ein oder anderen netten assistentsarzt/-ärztin gemacht??? Das Wohnheim und die Gemeinschaft dort waren spitzenklasse und die Aktivitäten, die wir in unserer spärlich bemessenen Freizeit unternommen haben waren auch großartig. Die Gegend dort ist sehr schön. Mittlerweile hat auch das Personal großteils gewechselt, es sind echt nette Leute.
Zu empfehlen, ja oder nein? Ich weiß es nicht... Wahrscheinlich muss jeder die Erfahrung selber machen. Ich hatte sicherlich meine schönen Zeiten dort, aber ich bin auch an meine Grenzen gekommen.
Bewerbung
Ich hab mich ca. 8 Monate vorher beworben. Der Großteil der Leute, die mit mir dort waren, haben sich aber ganz kurzfristig (2 Monate oder wenige Tage/Wochen) vorher beworben. Ist also beides möglich.
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