PJ-Tertial-Bericht am Kantonsspital St. Gallen

Allgemeinchirurgie

St.Gallen, Schweiz · 8 Wochen · Station 4, 5, 9, 11, Ambulatorium, OPS (OP in der Schweiz) · 05/2022 – 09/2022

Veröffentlicht am

3.47
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 3
Team Station 3
Kontakt zur Pflege 5
Ansehen des PJlers 3
Klinik insgesamt 4
Unterricht 6
Betreuung 4
Freizeit 1
Station / Einrichtung 3

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0
Vergütung
1130 CHF
Gebühren
Ca. 550 CHF (Unterkunft, Sozialbeiträge, Überweisungskosten zw. Deutscher und Schweizer Bank etc.)

Erfahrungsbericht

PRO: sehr renommiertes Haus; toll organisierte Klinik; super professionelles Chirurgen Team, welches man nicht einmal an manch einer deutschen Universitätsklinik antreffen kann; super nettes Sekretariat; OP-Personal mega freundlich (OTA‘s der Chirurgie); kostenlose Suppe täglich im OP-Trakt; tolle Freundschaften durch das Wohnheim; super sauberes Wohnheim; ein Key für alles; eigenes Telefon mit Ladestation; Zugang zum Klinik System ab dem ersten Arbeitstag; Drei- Weihern perfekter Ort zum chillen während es gesamten Sommers CONTRA: In St. Gallen bist du als UHU/PJ‘ler wirklich nichts wert. UHU heißt Unterhund. Für alle die sich für die Chirurgie interessieren: FINGER WEG! Ihr werdet monatelang in nächtlichen Bereitschaftsdiensten (Pikett Dienst) mit Haken halten gequält. Nicht selten wird man 2-3 mal pro Nacht gerufen.. Leitende Ärzte sind unantastbare Götter, die nichtmal in deine Richtung schauen, wenn sie dich anschreien und dich auf schweizerdeutsch beleidigen. Teilweise wird man auch für die OPs der Gefäßchirurgie stundenlang missbraucht. Man spricht dabei von OP-Zeiten zwischen 3-6 stunden. Der Wechsel zwischen den OP‘s liegt bei 15 min, wobei der UHU die vorausgegangene OP mit der Anästhesie umlagern muss, während das nächste Anästhesie und Lagerungsteam den nächsten Patienten schon in den OP-Saal schiebt. Somit hat der PJ‘ler zwischen den OPs für effektiv 5 min! Daran muss man sich erstmal gewöhnen. Die Situation ist auch dadurch sehr angespannt, dass kein einziges nettes Wort im OP ausgetauscht wird. Ein einziges Mal wurde mir das Führen der Kamera bei Laparoskopien gezeigt. Sonst habe ich keine Lehre erhalten. Studientage gibt es nicht. Wenn man mal auf Station ist und nicht direkt um 8 im OP sein muss, muss man Briefe für die Assistenten vorbereiten, in dem man Textpassagen kopiert und einfügt. Selbst wenn diese Textbausteine gar nicht zum Patienten und seinem Fall passen. Assistenten sind absolut nicht solidarisch mit den PJ‘lern, sondern sehen sie als Konkurrenten. Deswegen sind sie extra scheiße zu dir. Kritik am System wird als Arbeitsverweigerung und Überheblichkeit angesehen. Aber auch die Assistenten habens nicht einfach. In den vergangenen 4 Monaten hat meine aller erste Assistentin (3. Ausbildungsjahr, mega begabte Ärztin) nur ein einziges mal abwechselnd mit mir Haken halten dürfen. Macht euch darauf gefasst, dass Oberärzte im OP auf eure Hände schlagen, oder euch demütigend ausgrenzen. Vom postulierten Gehalt, ca 1.100 CHF bleibt nach Abzügen nichtmal die Hälfte! 500 CHF ist kein Geld, womit man in der Schweiz leben kann. Dazu zähle ich keine Kinobesuche oder Städtetrips, sondern banales Leben. PJ‘ler verdienen ungefähr 2,50 CHF netto die Stunde. Im Pikket Dienst bekommt man bisschen mehr, wenn das dann auch ausgezahlt wird..

Bewerbung

1.5 Jahre bei der wirklich liebevollen Frau Signer. Alles über google easy findbar :))

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