PJ-Tertial-Bericht am Kantonsspital Nidwalden

Allgemeinchirurgie

Stans, Schweiz · 8 Wochen · Station Allgemeinchirurgie, Orthopädie/Trauma · 03/2022 – 06/2022

Veröffentlicht am

3.73
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 4
Team Station 4
Kontakt zur Pflege 2
Ansehen des PJlers 4
Klinik insgesamt 4
Unterricht 5
Betreuung 5
Freizeit 1
Station / Einrichtung 3

Details zum Einsatz

Vergütung
1200
Gebühren
500

Erfahrungsbericht

Das Spital Stans ist ein kleines Spital mit ca. 80 Betten. Während des Chirurgie Tertials rotiert man je 7 Wochen auf die Allgemeinchirurgie und die Orthopädie/Trauma. Zusätzlich ist man 2 Wochen in der Notaufnahme eingeteilt. Untergebracht ist man im Personal-Wohnheim direkt gegenüber. Das Personalzimmer kostet 350 CHF und wird direkt vom Gehalt abgezogen (+ Steuern und Parkkarte ca. 500CHF Abzüge), welches man am Ende des jeweiligen Monats in Bar erhält. Allgemeinchirurgie: Die Assistenzärzte als auch die Oberärzte und der Chef sind sehr nett und man ist sofort ins Team integriert. Insgesamt ist das chirurgische Programm sehr überschaubar. Mehr als einige Appendektomien, Cholezystektomien oder in seltenen Fällen mal eine Darm-OP bekommt man nicht zu sehen. Das Spital ist Adipositaszentrum. Daher kennt man sich am Ende der Rotation mit Magen Bypässen, Sleeve-Magen Operationen und deren Komplikationen aus. Aufgrund der sehr hohen Personaldichte ist man selten im OP und darf dort wenig machen. Andererseits macht dies die Arbeit sehr entspannt und man bekommt viel Raum zur Freizeitgestaltung. Gerne darf man früher in den Feierabend starten oder auch mal einen Tag komplett frei machen, wenn nichts anliegt. Orthopädie/Trauma In der Orthopädie ist die Stimmung wesentlich unfreudlicher. Ins Team wird man kaum integriert, ausser zwei der Oberärzte und dem neuen Stationsarzt, wird man eigentlich wie Luft behandelt und es besteht kaum Interesse den Studenten etwas beizubringen. Zur Aufgabe hier gehört die Dokumentation der Visite, Briefe schreiben und die übliche Stationsarbeit. In den OP kommt man hier öfter als in der Allgemeinchirurgie. Wenn man ausser dem üblichen Hakenhalten mal einen Faden abschneiden darf, kann man sich schon glücklich schätzen. Zudem ist das OP-Personal der Orthopädie teilweise wirklich unfreundlich und respektlos gegenüber den Unterassistenten. Bereitschaftsdienst Die Einteilung erfolgt eigenständig durch die Unterassistenten. Man bekommt das Diensttelefon um 17.00Uhr und gibt es am nächsten Morgen um 7.00Uhr wieder ab. Falls man im OP gebraucht wird, wird man angerufen. Insgesamt ca. 3-4 Dienste im Monat, je nach Anzahl der Unterassistenten. Personalwohnheim Das Zimmer im Wohnheim ist ca. 15qm gross, ausgestattet mit einem Bett, Schreibtisch, Kleiderschrank und einem separaten kleinen Bad mit WC und Waschbecken. Eine Gemeinschaftsdusche und eine Gemeinschaftsküche befinden sich auf der Etage. Freizeitgestaltung Die Freizeitmöglichkeiten in Stans waren ein echter Lichtblick. Die Berge und der Vierwaldstättersee liegen vor der Haustür. Mit den anderen Unterassistenten (in der Klinik ca. 10) hat man viele Aktivitäten unternommen, abends oft zusammen gekocht oder gefeiert. In den Wintermonaten sind die grossen Skigebiete nicht weit. Im Sommer ist alles an Berg- und Wasseraktivitäten möglich. Ebenso Ausflüge in die anderen Schweizer Kantone oder Italien. Fazit Für jeden, der die Chirurgie ausschliessen möchte oder bereits für sich ausgeschlossen hat, ist Stans ein idealer Ort um ein entspanntes Tertial mit viel Freizeit zu verbringen. Wer hingegen an der Chirurgie interessiert ist oder einen umfassenden und lehrreichen Einblick in dieses Fachgebiet gewinnen möchte, ist hier definitiv falsch. Um für die Ausbildung oder das anstehende Examen etwas Bleibendes mitzunehmen rate ich jedem ab, sich in Stans für ein chirurgisches PJ Tertial zu entscheiden.

Bewerbung

ca. 2 Jahre vor Tertial Beginn
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