PJ-Tertial-Bericht am Bomu Hospital

Allgemeinchirurgie

Mombasa, Kenia · 8 Wochen · Station Outpatient, Theatre · 12/2021 – 02/2022

Veröffentlicht am

2.93
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 3
Team Station 3
Kontakt zur Pflege 2
Ansehen des PJlers 2
Klinik insgesamt 3
Unterricht 5
Betreuung 4
Freizeit 2
Station / Einrichtung 2

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0
Gebühren
200 für das Praktikum

Erfahrungsbericht

Mit einer Kollegin habe ich ein vierwöchiges Praktikum im Bomu Hospital in Mombasa organisiert. Allgemein war es nicht einfach, ein Praktikum auf diesem Kontinent zu organisieren. Schlussendlich half uns electives.net mit wertvollen Kontaktdaten. Man muss jedoch einen kostenpflichtigen Account erstellen. Daneben sollte man unbedingt mehrere Spitäler auf einmal anschrieben, weil die Antwort-Rate bei ca. 10% ist. Das Spital: Situiert in einer eher ärmeren Gegend von Mombasa offeriert das Spital kostengünstige Akutbehandlungen für wenig Geld (Diagnostik und Behandlungen werden in Kenia im Voraus bezahlt). Es gibt relativ wenig stationäre Patienten, da dies teuer ist. Es gibt zwei OP-Sääle, in denen jeweils Chirurgen von extern operieren. Neben der Outpatient Clinic (so etwas wie NF oder Hausarztpraxis), der Bettenstation und dem OP gibt es weitere Bereiche wie ein HIV Programm, wo man auch reinschauen kann. Es hat eine Kantine, welche aber jeden Tag ein ähnliches Essen anbietet und europäische Mindestanforderungen bei weitem nicht erfüllt (wir blieben jedoch von einer Gastroenteritis verschont). Der Arbeitsalltag: Arbeitsbeginn jeweils 8:00. Im täglichen Ablauf wird in Mombasa sehr viel Swahili gesprochen, was auch das Folgen von Konsultationen erschwert. Die meisten Ärzte übersetzten nach der Anamnese die wichtigsten Punkte für uns. Es gibt ca. eine OP pro Tag. Wenn man Glück hat, kann man als erste Assistenz mitoperieren. Hier war die Assistenz einer offenen Hysterektomie ganz klar ein Highlight. Allgemein gibt es aber viele Wartezeiten und passive Momente, was auch an der afrikanischen Arbeitskultur liegt. Arbeitsende individuell, meistens zwischen 15:00 und 17:00. Oft finden jedoch noch spät OPs statt. Im Vergleich zu Europa sieht man viele aussergewöhnliche Krankheitsbilder, zu denen AIDS Stadium C, vaginale Fistel, offene Tbc, Dengue, akute Malaria, Tbc des Genitals, gravierende Verkehrsunfälle, terminale Niereninsuffizienz und dehydrierte Kinder gehören. Arbeitskleider muss selber organisiert werden. Leben: Wir wohnten auf Mombasa Island in einer Airbnb Unterkunft. Einkaufen gingen wir jeweils auf dem Street Market. Die Freizeit: Mombasa bietet nicht extrem viel kulturelles. Nyali Beach ist der nächstgelegene Strand. Dieser ist jedoch ca. 40min mit Taxi vom Spital entfernt. Wir verbrachten unsere Abende mit Einkaufen am Markt, Altstadt-Rummel, Gym im Quartier und Yoga zuhause. Am Wochenende hat man die Gelegenheit, schöne Orte an der kenianischen Küste wie Wasini oder Kilifi zu besuchen. Fazit: Es gibt wenig zu tun in Mombasa und im Spital gibt es viele langweilige Momente. Auf der anderen Seite kann man ab und zu mitoperieren und sieht interessante Krankheitsbilder, welche man in Deutschland lange suchen muss. Allgemein ist es eine sehr prägende Erfahrung für uns verwöhnte Westler*innen, mal einen Monat in einem Entwicklungsland zu leben.

Bewerbung

2 Monate im Voraus
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