PJ-Tertial-Bericht am Evangelisches Krankenhaus Koeln Kalk

Allgemeinchirurgie

Koeln, Deutschland · 8 Wochen · Station Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie · 09/2021 – 12/2021

Veröffentlicht am

4.80
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 6
Team Station 5
Kontakt zur Pflege 2
Ansehen des PJlers 6
Klinik insgesamt 2
Unterricht 5
Betreuung 6
Freizeit 6
Station / Einrichtung 6

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0
Vergütung
400

Erfahrungsbericht

Zunächst sollte eine Rotation eigentlich 2 Monate in der Viszeral, 1 Monat Unfall und 1 Monat Notaufnahme sein. Ich war jeder fast ausschließlich in der Viszeral und das ist die Hölle. Nach der 20 Minuten Visite gehts zur Frühbesprechung, ab dann in den OP. Dort steht man bei vielen OPs über 5 Stunden, meist 6. Es werden keine Pausen gemacht und es wird nicht gern gesehen, wenn PJler sich gegenseitig auslösen, Pause machen, Pinkeln wollen, was essen wollen, zur Fortbildung wollen. Die Fortbildung habe ich zwei Mal besuchen können, es wird grundsätzlich keine Rücksicht darauf genommen. Es wird erwartet, dass man selbstverständlich auch nach Feierabend noch gerne weiteroperiert. Um Auslöse durch eine Assistenzärztin oder einen Assistenzarzt muss man betteln, als käme man vom anderen Stern. Lehre=0. Fragen kann man stellen im OP, i.d.R. werden sie einfach ignoriert. Alle Paar Tage wird man gefragt "was is das hier? welches gefäß?" und fertig. Auf Station ist man das letzte Glied für alle. Pflegerinnen und Pfleger sowie Ärztinnen und Ärzte schanzen einem Aufgaben zu. Welche Aufgaben? Blutentnahmen und viggos legen. Und das, obwohl es eine Blutentnahmeschwester gibt. Diese lässt aber prinzipiell fast alle BEs einfach liegen und lässt das PJler machen. Blutentnahmen muss man auf diversen Stationen erledigen. Ärztinnen und Ärzte haben in dieser Abteilung scheinbar eine Allergie, denn sie warten auch schonmal 3-4 Stunden, bis ein PJler aus dem OP kommt, damit er dann endlich die 2 BEs machen kann. Man wird nicht als Kollegin anerkannt. Man kann froh sein, wenn man sitzen darf. Wenn man einen Auftrag hat wie Brief schreiben, wird man mindestens 5 Mal von seinem Platz verscheucht und kann jedes mal von vorne anfangen. Oberärzte sind meist sehr nett, was der einzige Silberstreif am Horizont ist. Assistent:innen sind oft pampig, behandeln einen wie scheisse, nennen einen nicht mit Namen sondern reden, auch wenn man anwesend ist, nur über einen, im Sinne von "DER PJLER KÖNNTE JA MAL DIES UND DAS". Am allermeisten störte mich, dass man NICHTS lernt, gar nichts. Im OP sieht man kaum etwas und muss haken halten. Wenn man das nach ein Paar Stunden etwas schwächer tut darf man sich dumme Kommentare anhören. Die Assistent:innen sind nur am Jammern wie schlimm ja alles für sie ist, während man selbst mit 1,40 Stundenlohn danebensteht und seit Wochen keinen intelektuellen Input mehr bekommen hat.
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