PJ-Tertial-Bericht am Klinik Nagold

Allgemeinchirurgie

Nagold, Deutschland · 8 Wochen · Station 33 · 06/2021 – 10/2021

Veröffentlicht am

1.20
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 1
Team Station 2
Kontakt zur Pflege 1
Ansehen des PJlers 1
Klinik insgesamt 1
Unterricht 2
Betreuung 1
Freizeit 1
Station / Einrichtung 2

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0
Vergütung
482
Gebühren
160 Warmmiete, ca. 3,50 für Mittagsmenü

Erfahrungsbericht

Die Arbeitstag in der chirurgischen Klinik beginnt um 7:15 Uhr mit der täglichen Oberarztvisite. Diese war häufig chaotisch, da bisher allgemein- und unfallchirurgische Patienten gemischt auf einer Station lagen und zu viele Ärzte beteiligt waren. Der Anspruch der Oberärzte, täglich alle Patienten zu visitieren, mag gut erscheinen, oft hat dies den Beginn aber verzögert und es war nur bis zur Frühbesprechung um 7:45 Uhr Zeit. Dadurch blieb wenig Zeit für Erklärungen und Fragen, die im Laufe des Vormittags aber gerne beantwortet wurden. Die Situation soll sich mit dem Umzug in den Neubau und Trennung von AC/UC verbessern. Nach der Frühbesprechung, in der die neuen Patienten und das Tagesprogramm vorgestellt wurden, konnte man sich den Oberärzten zur Intensivvisite anschließen. Auch hier war häufig das ganze Team beteiligt, sodass man als PJler vielleicht etwas untergegangen ist. Trotzdem fand ich es spannend und Fragen wurden anschließend beantwortet. Über den Tag ist man zu verschiedenen OPs eingeteilt, meist als 1. Assistenz. Dadurch konnte ich zum Beispiel schnell die laparoskopische Kameraführung lernen und häufig nähen. Der OP-Plan ist aber flexibel und prinzipiell ohne PJler möglich, sodass man nicht den ganzen Tag als Hakenhalter abgestellt wird. Nach Rücksprache kann man sich selbst zu spannenden OPs als Assistenz melden oder den Tag in der Notaufnahme verbringen. Dies erfordert natürlich Eigeninitiative, die aber entsprechend wertgeschätzt wird. Auf Station konnte man selbst Patienten übernehmen, ansonsten wurden die Briefe immer von den Assistenten geschrieben. Besonders hektische Visiten waren zum Teil auch für die Pflege frustrierend, insgesamt war der Kontakt zur Pflege aber immer hilfsbereit und wertschätzend. Blutentnahmen wurden von der Stationssekretärin durchgeführt, sie freut sich aber über Unterstützung. Leider gab es zumindest im Altbau für die beiden Stationsärzte nur 2 PC-Arbeitsplätze, sodass man morgens teilweise nur daneben sitzen konnte. Im Laufe des Vormittags wurde aber immer ein Platz frei. Der Tag endete meist mit der Röntgenbesprechung, die aber nicht verpflichtend war. Studientage waren flexibel möglich. Einmal pro Woche gab es chirurgischen PJ-Unterricht, in unregelmäßigen Abständen zudem Modulunterricht zur laparoskopischen Kameraführung, bimanuellem Arbeiten und Nähen. Außerdem findet einmal pro Woche Innere-Unterricht, alle 2 Wochen Uro-Unterricht und einmal pro Monat Radio- und Anästhesieunterricht sowie die Innere-Lehrvisite statt. Der Unterricht war abwechslungsreich, es lag aber in der Hand der Studenten, mit den Dozenten einen Termin abzusprechen. Es gibt die Möglichkeit, im Rahmen des Chirurgie-Tertials 2 Wochen in der Urologie zu hospitieren, wo ich das ebenfalls sehr nette Team kennenlernen und viele spannende Erfahrungen sammeln konnte. Ich hatte das Gefühl, während der 4 Monate schnell Teil des Teams zu werden. Die Hierarchien sind flach, sodass ich viele nette Menschen kennenlernen und einiges von ihnen lernen konnte. Der Chef hat regelmäßig gegenseitiges Feedback mit mir ausgetauscht und war immer interessiert, das Angebot für PJler zu verbessern. So wurde ich beispielsweise während meines Tertials zum studentischen OP-Assistenten ausgebildet und habe ein entsprechendes Zertifikat der DGAV erhalten, außerdem konnte ich ihn mit einem Assistenten auf einen Kongress begleiten und sogar als Erstautor einen Fall vorstellen. Natürlich sind manche (Assistenz-)Ärzte motivierter als andere und man kann nicht mit jedem auf einer Wellenlänge sein, ich habe mich aber immer wohl gefühlt und kann die Vorteile eines kleinen Hauses wie Nagold nur jedem ans Herz legen.

Bewerbung

Vergabe über die Uni Tübingen

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