PJ-Tertial-Bericht am Universitaetsklinikum Erlangen

Chirurgie

Erlangen, Deutschland · 8 Wochen · Station Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, Kinderherzchirurgie · 06/2021 – 10/2021

Veröffentlicht am

4.80
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 5
Team Station 3
Kontakt zur Pflege 2
Ansehen des PJlers 6
Klinik insgesamt 6
Unterricht 2
Betreuung 5
Freizeit 6
Station / Einrichtung 5

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0

Erfahrungsbericht

Leider erfüllen einige der chirurgischen Stationen des UKER sämtliche Klischees (Blutentnahmen, PVKs legen, kaum Lehre, Haken und Klappe halten) Hierbei bestätigt: Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie Tagesablauf ACH: 7 Uhr Dienstantritt und Visite 7:30 Tumorboard Ab ca 8 Uhr nahezu ununterbrochen namentliche (!) Einteilung im OP Es wird erwartet, dass der PJler sämtliche Blutentnahmen und PVKs für beide Stationen (B3-1 und B3-2) übernimmt. In Folge ist eine Visitenteilnahme /Tumorboard eigentlich nicht erwünscht. Den Oberärzten ist es ziemlich egal, ob man dabei ist, oder nicht. Wenn man dennoch mitgeht, wird man nicht wahrgenommen. Im OP hält man Haken und bekommt je nach Operateur mehr oder weniger erklärt. Durchgehendes Stehen je nach Operateur dringend erwünscht (auch wenn nicht unbedingt erforderlich). Auf Einhalten der Mittagspause oder Arbeitszeiten wird nicht geachtet. Man muss diese selbst einfordern, sonst hat man das Nachsehen. Generell muss man alles einfordern. Lehre, Arbeitnehmerrechte, etc. Es wird sich nicht für die PJler interessiert. Tipps: In der Allgemeinchirurgie ist man entweder auf Station (inkl OP Dienst) ODER in der Notaufnahme eingeteilt. Notaufnahme ist um einiges angenehmer. Es sind die Dienste kürzer (morgens gegen 8:30 abends so gegen 15 Uhr), man darf eigenständig Patienten betreuen ( Anamnese, Körperliche Untersuchung, Übergabe machen, Arztbrief schreiben) Löst euch gegenseitig zur Mittagspause aus!! Das Essen in der Palmeria ist die einzige Vergütung, die man bekommt! Wenn es abends wieder spät wird, kann man zB einen Arzttermin vorschieben. Unfallchirurgie: Morgens um 7:30 Frühbesprechung, an denen der PJler teilnehmen soll. Anschließend Visite. Ab 8 Uhr ist die Anwesenheit im OP erfordlerich. PJler sind als Assistenten eingeteilt, jedoch nicht speziell namentlich. Auch hier Blutentnahmen und PVKs komplett PJ -Aufgabe und auch hier das zeitliche Dilemma. Im OP wird erwartet, dass man trotz Röntgen im Saal bleibt. Man bekommt kein Dosimeter. Wenn man zum Röntgen rausgehen möchte, wird gelästert. Auch hier muss man alles aktiv einfordern. Zeit für Lehre, eigene Patienten übernehmen, mal in die Poliklinik schauen, geht alles erst, wenn die "PJ-ler Aufgaben" Blut, PVKs, OPs, erledigt sind. Zudem wird in beiden Bereichen alles was man tut für komplett selbstverständlich genommen. Man kann die Mittagspause sausen lassen und 3 Stunden später Feierabend machen. Es wird nicht erwähnt oder gedankt. Kinderherzchirurgie: "Coronabedingt" keine Teilnahme an Visite oder Besprechungen erwünscht, daher nur OP-Teilnahme. Es ist jeden Tag eine OP, welche meist über 6 Stunden dauern. PJler soll steril an den Tisch. Man kann dabei jedoch sehr wenig tun. Stimmung im OP ist teilweise sehr angespannt. Die meiste Zeit soll nicht geredet werden. An Tagen, an denen die OP ausfällt, kann man auf Nachfrage ein bisschen teaching bekommen. Tipp: Kompressionsstrümpfe!! Fazit: Man sollte meinen, dass ein Lehrkrankenhaus sich das Ziel setzt, PJler zu selbstständigen Ärzten auszubilden. Hier ist aufgrund Personalknappheit, schlechter Organisation und auch Desinteresse die Lehre einfach schlecht. Trotzdem kann man das PJ Tertial am UKER machen. Gelobt worden sind: Thoraxchirurgie, Kinderchirurgie, Hand- und plastische Chirurgie und natürlich die allgemeinchirurgische Notaufnahme. Großes Plus am Schluss: Der PJ-Beauftrage Herr Dr. Granzow hat immer ein offenes Ohr und setzt sich unglaublich engagiert für die PJler ein. Bei Wünschen, Sorgen und Fragen kann man ihn direkt kontaktieren. Weiteres Plus: Die PJler stellen den so genannten vierten Dienst. Unter der Woche: Nachtdienst von 15:30 bis 8 Uhr => Freizeitausgleich 1 Tag Am Wochenende: Tagdienst von 9Uhr bis 21 Uhr oder Nachtdienst von 21 Uhr bis 9 Uhr => Freizeitausgleich 2 Tage Tätigkeiten: BEs und PVKS für alle Stationen im Bettenhaus und OP-Dienst, falls jemand gebraucht wird. (Meist unfallchirurgisch) Der erworbene Freizeitausgleich kann ZUSÄTZLICH zu den normalen Fehltagen genommen werden. Großes Plus!
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