PJ-Tertial-Bericht am Clienia Privatklinik Littenheid
Psychiatrie
Littenheid, Schweiz
·
8 Wochen
·
Station Park C (beste Station ever!)
·
06/2021 – 09/2021
Veröffentlicht am
1.00
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien
Einzelbewertungen
Gesamt
1
Team Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Details zum Einsatz
- Weitere Tätigkeiten
- 0
- Vergütung
- 1500 CHF
- Gebühren
- ca. 390CHF für das Wohnheimszimmer, plus Abzüge für Versicherungen etc.
Erfahrungsbericht
*** Kurzfassung: Meine Zeit in Littenheid war sowohl fachlich als auch privat überragend gut! 100%ige Empfehlung! ***
Ich war in der Erwachsenenpsychiatrie (Park-Gebäude) eingeteilt: Park A und B sind therapeutisch orientiert, Park C und D sind Akut- und Suchtstationen. Ich war die gesamte Zeit auf Park C, wo akute Notfälle behandelt, aber auch geplante Entzüge sowie teils therapeutische Aufenthalte stattfinden. Direkt von Anfang an, habe ich mich extrem wohl gefühlt. Zu Beginn bin ich vor allem mit den Stationsärzten/Psychologin mitgelaufen und habe einige Einführungsveranstaltungen besucht. Nach meiner ersten Woche wurde ich von dem Oberarzt ermutigt, eigene Patienten zu übernehmen- Und ab dem Zeitpunkt hat die Zeit in Littenheid angefangen, richtig Spaß zu machen. Nach und nach bin ich immer besser in die Abläufe reingekommen und habe nach intensiver, aber überraschend kurzer Einarbeitungszeit wie eine Assistenzärztin mit ca. 6-7 Patienten gearbeitet. Das bedeutet: Ein- und Austrittsgespräche, therapeutische Einzelgespräche (1-2x pro Woche), Gespräche mit der Bezugspflege und dem Pat., Familien-/Arbeitgebergespräche, 2x pro Woche Visite, 2x pro Woche Sprechstunde, Anmeldungen für Untersuchungen etc., jegliche Verordnungen, Arztbriefe und teils Berichte für Versicherungen- immer in Rücksprache mit den anderen Stationsärzten und dem Oberarzt. Dadurch, dass ich tatsächlich die Hauptbehandlerin meiner Patienten war, wurde ich auch primär von den Patienten bzw. der Pflege angesprochen und war verantwortlich dafür, Entscheidungen zu treffen. Dadurch habe ich richtig viel gelernt. Mit jedem Patienten habe ich nach dem Motto „Learning by doing“ die Krankheitsbilder (wie Schizophrenie, bipolare Störung, Depression, Sucht, viele Persönlichkeitsstörungen, Phobien etc.), Therapien, Umgang mit den Symptomen und schwierigen Situationen etc. gelernt. Der fachliche Gewinn in kurzer Zeit war für mich enorm, was mir vor allem aufgefallen ist, wenn neue Kollegen gekommen sind, die sich noch nicht so gut ausgekannt haben und eingearbeitet werden mussten.
Die Atmosphäre ist perfekt zum Lernen: man kann jederzeit alles Mögliche fragen; besonders auf persönlicher Ebene fand ich es sehr wertvoll, dass man mit der Pflege, Psychologen, Assistenz- oder Oberärzten darüber reden konnte, wenn einem der Umgang mit bestimmten Pat. schwergefallen ist und um Rat bitten. Von diesem unmittelbaren Feedback konnte ich mit Abstand am meisten lernen. Vor allem faszinierend fand ich, wie einwandfrei die Zusammenarbeit mit der Pflege funktioniert hat, was ich so noch nie erlebt habe. Ebenso begeistert war ich davon, dass man genauso ungehemmt und offen mit dem Chefarzt sprechen konnte. Bisher habe ich mich bei meinen Praktika in der Klinik noch nie so gesehen und wertgeschätzt gefühlt- nicht nur als Teil des Teams, sondern auch auf persönlicher Ebene.
Ich kann jedem, der sich auch nur ein bisschen für Psychiatrie interessiert, empfehlen, nach Littenheid zu gehen. Es macht richtig Spaß, denn man wird wirklich als fester Mitarbeiter gesehen und darf, wenn man sich lernfähig und motiviert zeigt, so viel machen, wie die anderen, erfahreneren Ärzte! Wenn ich ein Naturmensch wäre, würde ich ohne Zweifel sofort nach dem Studium anfangen, dort zu arbeiten. Jedoch habe ich als Großstadtmensch auf Dauer die Vorzüge der Stadt vermisst. Für 3 Monate aber war es perfekt, denn ich konnte in meiner Freizeit viel entdecken: Ich war ohne Auto da und habe mit dem ÖPNV (unbedingt Halbtax abschließen!) die gesamte deutsche und Teile der französischen und italienischen Schweiz erkundet und die schweizerische Kultur, die sich doch sehr von der deutschen unterscheidet, in vielen Facetten kennengelernt.
Bewerbung
Ich habe mich dafür bereits 2,5 Jahre im Voraus direkt beim Chefarzt, Dr. Ebneter, beworben und dafür eine Zusage erhalten. Kurzfristige Bewerbungen sind aber definitiv auch möglich.
Anschließend hat er für mich eigentlich alles Wichtige, wie das Wohnheimszimmer oder den Vertrag über das HR-Department organisiert.
Hier gibt's nochmal hilfreiche Infos und unten auch ein pdf : https://karriere.clienia.ch/de/karriereausbildung/praktikumsstellen/praktikumsstellen-medizin
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