PJ-Tertial-Bericht am Marienhospital

Unfallchirurgie

Stuttgart, Deutschland · 8 Wochen · Station M5ab · 08/2020 – 10/2020

Veröffentlicht am

4.80
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 6
Team Station 6
Kontakt zur Pflege 3
Ansehen des PJlers 6
Klinik insgesamt 3
Unterricht 2
Betreuung 4
Freizeit 6
Station / Einrichtung 6

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0
Vergütung
400

Erfahrungsbericht

Kurz zu mir, ich habe das PJ-Tertial der Chirurgie im Ausland absolvieren wollen, jedoch wegen der epidemiologischen Situation im März 2020 wurde uns das Auslandstertial verwehrt und wir mussten es an den Kliniken im Inland absolvieren um zu "helfen". Ich hätte sonst NIE das Tertial am Marienhospital absolviert. Ablauf: Um 7 Uhr fängt die Visite an, danach Röntgenbesprechung und um ca. 8:30 Uhr fangen die OPs an. Wir waren mehrere PJler auf der Station, sodass wir die Arbeit aufgeteilt haben. Diejenigen die nicht in den OPs waren haben Blut abgenommen. Es gab jeden Tag wirklich viele Blutabnahmen, weil die Assistenzärzte zwar freundlich sind aber die ganze Arbeit dann auf die PJler delegieren und weil sie selbst für die Blutabnahmen nicht verantwortlich waren haben sie auch bei fast allen Patienten welche angeordnet. 1. Woche Notfallaufnahme Nun zu den jeweiligen Bereichen: Station: ABSOLUT NUR BLUTABNAHMEN, es gibt keine Lehre auf Station. Man ist eigentlich ein billig bezahlter Viggo- und Blutabnahmedienst. OPs: Man darf manchmal Nähen, kommt auf die Sympathie zum Arzt an, aber meistens ist man Hakenhalter. Oftmals werden die Räume gemietet, sodass Ärzte von extern auch Operationen durchführen. Diese haben natürlich ein Interesse das die OP schnell abläuft, für irgendwelche Erklärungen etc. bleibt deswegen keine Zeit. Die anderen OPs von den Oberärzten sind genauso. Man ist Hakenhalter und man soll als solcher funktionieren. Zum Chefarzt, er hat einen Professur obwohl er diesen nach meiner Meinung nicht verdient hat. Hier noch einmal die Bedeutung: "Professur von lateinisch profiteri ‚bekennen‘ in der Bedeutung „sich öffentlich als Lehrer zu erkennen geben“). Eine Lehre unter ihn fand nicht statt. Kontakt besteht nur im OP und dann auch nur wieder als Hakenhalter. Hat einen richtigen autoritären Führungsstil. Sowas habe ich nur von paar alten Professoren an der Uni Heidelberg noch gehört. Neurochirurgie: Man ist einmal in der Woche in der Neurochirurgie eingeteilt. Ist eine stupide Arbeit, aber man konnte sich mit den Ärzten unterhalten und sie waren auch nett. Ich habe natürlich die anderen Berichte gelesen und von anderen Erfahrungen gehört, jedoch war das bei mir nicht der Fall. Die Sympathie hat gestimmt. Durfte auch hier am Ende oft zunähen. 1 Woche Notfallaufnahme: Die beste Zeit im ganzen Tertial. Man darf wirklich alles machen und man lernt extrem schnell die ganzen Abläufe. Wäre das ganze Tertial so wie die 1 Woche gewesen, dann würde ich das Tertial klar empfehlen. Aber man ist NUR eine Woche in der Notfallaufnahme. Ginge es nach den Assistenzärzten, würde man die PJler nie in die Notfallaufnahme zuteilen, weil in der Zeit muss einer der Assistenzärzten dann den Viggo- und Blutabnahmeknecht spielen und darauf hat keiner von denen Lust. Fazit: Ich kann das Tertial in der Unfallchirurgie nicht empfehlen. Es gibt gute Berichte von der Unfallchirurgie, aber ich kann keine von denen bestätigen. Wir waren wirklich viele PJler im Jahr 2020 und keiner war mit der Unfallchirurgie zufrieden. Da die Assistenzärzte am meisten von den PJlern profitieren, glauben wir das diese die guten Berichte geschrieben haben, in der Hoffnung, dass sich willige PJler in das Haus verirren.
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