PJ-Tertial-Bericht am Waldkrankenhaus Bonn

Unfallchirurgie

Bonn, Deutschland · 8 Wochen · Station 5 · 07/2020 – 10/2020

Veröffentlicht am

2.80
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 3
Team Station 2
Kontakt zur Pflege 3
Ansehen des PJlers 5
Klinik insgesamt 1
Unterricht 2
Betreuung 4
Freizeit 5
Station / Einrichtung 3

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0
Vergütung
400

Erfahrungsbericht

In der Orthopädie/Unfallchirurgie gibt es sicherlich einige Proargumente gerade für chirurgisch Versierte und Interessierte ansonsten kann ich die Abteilung nur begrenzt empfehlen. Großer Nachteil ist zunächst die tägliche Arbeitszeit: Um 10 vor 7 soll die Visite vorbereitet werden, damit dort dann keine Zeit verschwendet wird um dann um 7:40 spätestens bei der Radiologiebesprechung zu sein. Dann steht die Erledigung der Stationsaufgaben (VW, Blut, Viggos, Aufnahmen) an, die einen bis zum Mittag beschäftigen. Am Nachmittag kommen dann die Briefe und Vorbereitungen für die Indikationsbesprechungen für den Nachmittag. Je nachdem wie gut man besetzt ist (es gibt CTAs, die einen sehr ähnlichen Aufgabenbereich haben) bleibt dann noch Zeit um in die Ambulanz zu gehen. Die Nachmittagsbesprechung dauert je nach Besetzung und gusto des Chefs gerne schonmal bis 16:30, unangekündigte und natürlich "super angenehme" Abfrageeinheiten vor versammelter Abteilung inklusive. Der Arbeitstag dauert also regelhaft 9,5 Stunden (was natürlich den 40 Stunden im Vertrag entgegensteht). Früheres Ausklinken ist ab und an möglich, fällt aber meistens doch unangenehm auf. Große Abzüge gibts zudem beim Klima, welches auf der einen Seite auf Assistenten- und CTA-Niveau nett und witzig sein kann, aber auf den höheren Dienstgradebenen fast ausnahmslos auch nicht mehr mit schlechtem "Humor" zu erklären ist. Ich spare jetzt nach einigem Hadern mal die mitgeschriebenen Zitate aus, aber zusammenfassend ist der Ton im Bereich sexistischer und seltener auch rassistischer Aussagen/Kommentare, die auch gelegentlich persönlich wurden, meiner Meinung nach für das akademische Level der Abteilung und unseren Stand im Generellen beschämend. Weitere Geschichten die ich zwar aus erster Hand gehört aber nicht selbst erlebt habe, bestätigten aber meine Erfahrungen und waren teilweise noch deutlich abschreckender. Fachlich kann man gerade im Bereich Endoprothetik und Arthroskopie dort andererseits wirklich was lernen. Ihr kommt regelmäßig eingeplant in den OP und seht dort auch (soweit ich das beurteilen kann) Chirurgie auf hohem Niveau. Auch die Assistenten haben auf Station viel zu erzählen, fragen euch aktiv ab und zeigen euch interessante Befunde. Auch die Abläufe im Haus (IT-Zugang, Gehalt, gratis Essen, Kleidung, Umkleide etc.) funktionieren vorbildlich und sind auf der pro-Seite zu verbuchen. Falls euch letztere Punkte wichtiger sind, glaube ich dass ihr dort ne gute Zeit haben könnt (diese Tatsachen beschönigen auch die Gesamtnote). Falls ihr aber gerade kein deutscher cis Hetero Student seid oder euch Sachen wie oben beschrieben stören oder triggern, dann könnte es deutlich schwieriger für euch werden ne gute Zeit zu haben, ihr sammelt jedoch die nicht ganz unwertvolle Erfahrung eine klischeehafte chirurgische Abteilung kennengelernt zu haben..

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