PJ-Tertial-Bericht am Kreiskrankenhaus Freiberg
Allgemeinchirurgie
Freiberg, Deutschland
·
8 Wochen
·
Station Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie auf Station 2
·
11/2018 – 03/2019
Veröffentlicht am
3.87
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien
Einzelbewertungen
Gesamt
5
Team Station
5
Kontakt zur Pflege
4
Ansehen des PJlers
5
Klinik insgesamt
2
Unterricht
1
Betreuung
5
Freizeit
2
Station / Einrichtung
5
Details zum Einsatz
- Weitere Tätigkeiten
- 0
- Vergütung
- 375
Erfahrungsbericht
Station 2 - Nein Danke!
Nach 2 Monaten auf der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgischen Station 2 kann ich ein Praktikum dort nicht empfehlen. Ich habe in der gesamten Zeit viel zu wenig gelernt, wobei das das Wichtigste gewesen wäre. Immerhin bin ich danach Arzt und sollte möglichst gut darauf vorbereitet werden. Ein weiterer Grund ist die enorme Unfreundlichkeit, die einem entgegengebracht wird.
Über das Haus: Der Start in das Tertial war gut organisiert. Man bekam einen Laufzettel und erhielt Schlüssel, Kleidung, Essenmarken, Telefon, Namensschild, Einstieg ins Computersystem und entsprechende Schulungen dafür. Chefarzt der Anästhesie Dr. Uhrlau war Ansprechpartner, nahm sich immer Zeit für einen und gab Unterstützung bei Problemen. Jeden Mittwoch um 15:00 fand PJ-Unterricht statt, der immer gut war und sich gelohnt hat. Es gab gratis Mittagessen.
Über die Station: Ich hatte mir von meinem PJ mehr erhofft. Es ist wirklich traurig, dass nur einzelne Personen einem überhaupt etwas beibringen. Man ist das unterste Glied in der Nahrungskette und wenn man was machen darf, dann wird man für blöde Aufgaben wie Botengänge und Dauer-Haken-halten missbraucht. Außerdem wurde ich oft unfreundlich behandelt und angeblafft. Eigentlich nur ein sehr engagierter Assistenzarzt hat sein Bestes gegeben, mir motiviert alles gezeigt und erklärt. Danke dafür! Ansonsten muss ich leider sagen, dass die Betreuung nicht ausreichend war. Die meisten Assistenzärzte hatten keine Zeit oder Motivation mir etwas zu erklären oder mich etwas machen zu lassen. Ich habe Verständnis für den Personalmangel, aber sie verstanden scheinbar nicht, dass ich eine große Unterstützung hätte sein können. Dazu müsste man sich ein bisschen Zeit für die Einarbeitung nehmen, aber danach hätte es sich rentiert. In der gesamten Zeit habe ich lediglich 2 Arztbriefe geschrieben, wofür ich aber kämpfen musste. Konstruktives Feedback oder Dank gab es dafür nicht. Ich habe weder Patienten untersucht noch betreuen können und kein einziges Aufklärungsgespräch geführt.
Das Klima auf der Station war im Allgemeinen angespannt. Für die Patienten waren die Visiten oft auch unschön. Die Schwestern waren unfreundlich und miesgelaunt. Obwohl ich mir größte Mühe gegeben habe, konnte ich nur wenige positive Erlebnisse sammeln. In all meinen vorherigen Praktika habe ich gute Erfahrungen gemacht und habe sehr positives Feedback über meine Arbeit und Hilfe erhalten. So etwas habe ich zuvor noch nie erlebt. Kein Dank. Keine Freundlichkeit. Kaum Geld. Keine Lehre. Pünktlich Feierabend war auch zu viel erwartet. Da fragt man sich schon, ob es an einem selbst liegt und was man falsch macht. Glücklicherweise habe ich eine gute Freundschaft mit einer PJ-lerin im Haus entwickelt, die berichtete, dass es ihr ähnlich ging. Einige vor mir haben ähnliche Erfahrungen gesammelt.
Positives: Ich freue mich, dass ich verschiedenste OP’s gesehen habe: laparoskopische und offen Cholezystektomie, Appendektomie, Hernienchirurgie, Carotisstenosen, Becken-Bein-Angiografien, Femoropoplitealer Bypass, Dyaliseshunt-Revision, Portanlage etc. Auch wenn der Chefarzt für mich persönlich kein angenehmer Genosse war, konnte ich zumindest bei ihm immer zunähen.
Der letzte Tag: Ich habe ehrlich gesagt mit mir gerungen, ob ich für meinem letzten Tag Kuchen mitbringe, aber da ich fand, dass es sich gehört, habe ich schlussendlich doch gebacken. Der Höhepunkt war, dass sich dafür fast keiner bedankt hat. Es gab kein abschließendes Gespräch durch die Oberärzte, nicht mal ein Auf Wiedersehen. Das war eine Frechheit!
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