PJ-Tertial-Bericht am Staedt. Kliniken Frankfurt - Hoechst

Allgemeinchirurgie

Frankfurt, Deutschland · 8 Wochen · Station A9 L · 05/2019 – 09/2019

Veröffentlicht am

4.27
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 5
Team Station 5
Kontakt zur Pflege 2
Ansehen des PJlers 5
Klinik insgesamt 4
Unterricht 2
Betreuung 5
Freizeit 3
Station / Einrichtung 5

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0
Vergütung
399

Erfahrungsbericht

Die A9 L war meine erste Station in meinem Chirurgie-Tertial. Eigentlich hatte ich mich auf das PJ gefreut, doch gleich an meinem ersten Tag wurde die Freude erheblich geschmälert: Einer der Stationsärzte wollte mir Bescheid geben, wenn die Visite losgeht und sagte, ich solle ruhig so lange im Arztzimmer warten. Nachdem ungefähr 15 Minuten verstrichen waren, sah ich nach und stellte fest, dass der gute Mann dann doch lieber ohne mich angefangen hatte. Als ich ihn darauf ansprach, meinte er: "Wer auf eine Frau wartet, der wartet ein Leben lang." Die folgenden Tage machte ich die Bekanntschaft von 2 weiteren Stationsärztinnen, die sich im Laufe des Tertials bei allen PJlern gleichermaßen unbeliebt gemacht haben, weil sie die Studenten sehr herablassend behandeln bzw es nicht einmal nötig hatten, ein freundliches "Guten Morgen" zu erwidern. Nett sein konnten sie nur, wenn es darum ging, dass man nach seinem Feierabend noch eben 5 Blutentnahmen machen sollte, wohingegen sie sich selbst in den wohlverdienten Feierabend entließen. Von den Patienten selbst bekam man so gut wie gar nichts mit, da man als PJler der hauseigene Blutentnahmedienst ist. Aufgrund der wenigen PJler in der Chirurgie kann es gut sein, dass man alle Blutentnahmen auf allen chirurgischen Stationen alleine machen darf, sofern man nicht gerade im OP gebraucht wird. Im OP dient man meist als Hakenhalter, was ja auch nichts Ungewöhnliches ist. Es gibt ein paar nette Ärzte, die einen auch selbst mal was im OP machen lassen, z.B. Blasenkatheter legen oder nähen und daran interessiert sind, den Studenten was beizubringen. Leider sind diese die Ausnahme. Trotzdem habe ich es im OP als deutlich angenehmer empfunden als auf Station. Positiv fand ich, dass der Chef der Chirurgie viel erklärt, wenn er selbst operiert und sich sehr über Studenten bei den OP´s freut. Zu den Seminaren: Der für die Studenten zuständige Oberarzt setzt sich sehr dafür ein, dass die Seminare stattfinden. Leider fallen sie trotzdem oft aus, weil derjenige, der gerade auf dem Plan steht, aus welchen Gründen auch immer, nicht kann. Man kann vor der Tertialeinteilung Wünsche äußern, wo man hin möchte. Doch Obacht: Wer Gefäßchirurgie machen möchte, landet zugleich auch in der Allgemeinchirurgie, weil es zwei zusammenhängende Stationen sind! Bei OP´s wird man eigentlich immer in der Allgemeinchirugie eingeteilt, selbst wenn man Gefäßchirurgie gewählt hat. Aber wenn man die Gefäßchirurgen liebt fragt, nehmen sie einen auch mit zu ihren OP´s :-) Offiziell gibt es in Höchst 5 Stunden Studienzeit wöchentlich. Wenn man diese tatsächlich nutzen möchte oder gar die Studienzeit von 2 Wochen sammeln möchte, damit man einen ganzen Tag frei hat, gibt es lange Diskussionen, je nachdem, welcher Arzt gerade auf Station Dienst hat. Die brauchen schließlich einen Dummen, der ihnen die Blutentnahmen macht, weil sie selbst keinen Bock darauf haben. Bei uns ist vorgeschrieben, dass man 4 Dienste im Tertial machen soll. Dementsprechend hat man am darauffolgenden Tag frei, was wieder zum oben genannten Problem mit den Blutentnahmen führt. Da das Tertial in einer Woche vorbei ist, kann ich sagen, dass die Zeit auf A9 L die beschissenste Zeit im ganzen Tertial war.

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