PJ-Tertial-Bericht am Komfo Anokye Teaching Hospital

Chirurgie

Kumasi, Ghana · 8 Wochen · Station Allgemeinchirurgie und Unfallchirurgie · 08/2017 – 10/2017

Veröffentlicht am

2.07
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 2
Team Station 2
Kontakt zur Pflege 3
Ansehen des PJlers 2
Klinik insgesamt 2
Unterricht 2
Betreuung 2
Freizeit 1
Station / Einrichtung 3

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0
Gebühren
300 Dollar pro Monat plus 200 Dollar Anmeldegebühr

Erfahrungsbericht

Man muss am ersten Tag auf den Uni-Campus fahren und die Gebühren bezahlen (Geld am besten mitbringen, bei uns gab es nur 2 funktionierende Geldautomaten am Campus. Für uns hat es gerade noch gereicht, andere Austauschstudenten mussten in der ganzen Stadt rumfahren, um das Geld aus mehreren Geldautomaten aufzutreiben). Erst nach Zahlung der Gebühren erhält man einen „Letter“, mit dem man in die Klinik kommt und sich einteilen lassen kann. Die Ärzte arbeiten dort in Teams, jedes Team ist an einem anderen Tag „on duty“. Jeder Austauschstudent wird in ein Team eingeteilt. Wir waren jeweils 4 Wochen in der Allgemeinchirurgie und der Unfallchirurgie. In der Allgemeinchirurgie war die Stimmung im Team relativ schlecht, was an den Launen des Oberarztes lag. Wir Austauschstudenten wurden immer freundlich behandelt, die ghanaischen Studenten wurden während der stundenlangen Visiten teilweise ziemlich runtergeputzt, wenn sie etwas nicht wussten. An zwei Tagen fanden die Visiten mit den ghanaischen Studenten statt, die trotz der schlechten Stimmung wirklich lehrreich waren. Wir Austauschstudenten wurden auch sofort mit eingebunden. An zwei weiteren Tagen war das Team im OP. In der Allgemeinchirurgie konnte man leider nicht assistieren, sondern nur zusehen: Die Patienten mussten für jeden einzelnen sterilen OP-Kittel zahlen, deshalb waren immer nur der Oberarzt und eine Assistenzärztin am Tisch (viele Mastektomien und Knotenentfernungen, Appendektomien und Darm-OPs). An den OP-Tagen haben wir uns dann immer ziemlich schnell verabschiedet bzw die Wochenenden verlängert, was aber auch kein Problem war. Einen Tag war man noch in der Breast Clinic- für mich der interessanteste Tag. In Ghana sind die Allgemeinchirurgen für die Brust zuständig und nicht die Gynäkologen. Man durfte die Patientinnen mit untersuchen und hat gelernt, die Brust richtig abzutasten und Knoten und Karzinome zu erkennen. In der Unfallchirurgie waren alle aus meinem Team sehr nett und haben viel Wert darauf gelegt, dass ich etwas lerne. An den zwei OP-Tagen konnte man auch wenn möglich assistieren und durfte auch zunähen oder klammern (viele offene Brüche, Schenkelhalsfrakturen,…). An zwei Tagen ausgedehnte und sehr lehrreiche Visiten auf Station. An einem Tag war man in der Poliklinik und sah viele Patienten, die demnächst operiert werden sollten, oder in letzter Zeit von dem Team operiert wurden. Einmal in der Woche nahm sich der Oberarzt nach der Visite Zeit, um mit mir und 2 jungen ghanaischen Ärzten unfallchirurgische Themen durchzusprechen. Man sollte sich bewusst sein, dass der Kliniktag in Ghana ganz anders aussieht als in Deutschland. Man verbringt sehr viel Zeit damit, rumzusitzen und zu warten. Die Visiten beginnen später als ausgemacht, die OPs verschieben sich schonmal 2 Stunden nach hinten und auch zwischen den Operationen hat man teilweise stundenlange Wartezeiten. Dadurch können manche Tage auch länger werden, allerdings kann man sich auch immer entschuldigen, wenn man etwas geplant hat. Wir haben unsere Wochenendausflüge auch oft um einen Montag oder Freitag verlängert, was in Absprache mit den Ärzten kein Problem war. Ich kann ein halbes Tertial in Ghana sehr empfehlen, um einen Einblick in ein ganz anderes Gesundheitssystem und die medizinische Versorgung zu erhalten. Praktisch kann man leider nicht sehr viel machen, weil man kaum Kontakt zu Patienten hat. Theoretisch kann man aber einiges mitnehmen. Unterbringung erfolgt in den Studentenwohnheimen auf dem eingezäunten Krankenhausgelände. Bettlaken, Kissen, Mückennetz und Ohropax mitbringen. Dresscode für Medizinstudenten und Ärzte in der Klinik ist eher schick (Frauen mit Kleidern, Stoffhosen, Blusen, Ballerinas; Männer mit Hemd, Stoffhose, keine Turnschuhe). Imbiss, kleine Läden und Obstladen auf dem Gelände. Ghana ist ein wunderschönes Land- unbedingt die Wochenenden zum Reisen nutzen!

Bewerbung

Ca. 1 Jahr über die Universität KNUST.

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