PJ-Tertial-Bericht am Dokuz Eyluel Hastane

Chirurgie

Izmir, Türkei · 8 Wochen · Station Allgemeinchirurgie, Herzchirurgie, Thoraxchirurgie, Unfallchirurgie/Orthopädie · 07/2016 – 10/2016

Veröffentlicht am

2.20
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 2
Team Station 2
Kontakt zur Pflege 4
Ansehen des PJlers 1
Klinik insgesamt 2
Unterricht 4
Betreuung 3
Freizeit 1
Station / Einrichtung 2

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0

Erfahrungsbericht

Insgesamt freuen sich alle, dass du von weit her aus dem Ausland kommend Interesse an der Arbeit dort hast. Fragen sind immer und überall willkommen und werden beantwortet. Spontan wird einem eher weniger erklärt, also muss man da etwas Initiative zeigen und viel fragen. Meine Einsatzgebiete waren a) Allgemeinchirurgie, b) Herzchirurgie, c) Thoraxchirurgie und d) Unfallchirurgie/Orthopädie. Diese Konstellation konnte ich mirbei der PJ-Beauftragten ganz frei selbst aussuchen. a) Auf der Station ist es nicht so spannend, man arbeitet hauptsächlich mit den türkischen Studenten Listen für Verbände und Blutentnahmen ab. Hin und wieder führt man eine Transfusion durch. Spannender sind die OPs, v. a. im kolorektalen Team; hier ist die Stimmung ziemlich entspannt und man kann häufig assistieren. Da an türkischen OPs insgesamt viele Leute am Tisch stehen (insgesamt ist der Personalschlüssel extrem hoch, wie mir schien), bietet sich ein größeres OP-Gebiet an, bei Schilddrüsen-OPs z. B. sieht man nicht viel. b) Hier bewegt man sich hauptsächlich zwischen Intensivstation und angrenzendem OP-Bereich. Die netten Assistenten und Oberärzte erklären viel. Man kann bei fast jeder OP mithelfen und nähen (z. B. ganz in Ruhe den kompletten Unterschenkel nach Venen-Entnahme für ACVB-OP schließen) und es wird extrem viel Wert darauf gelegt, dass man genau sieht und versteht, wie die neue Herzklappe implantiert wird. c) Hier habe ich mich am wohlsten gefühlt. Die Assistenten sind extrem nett, entspannt und vor allem sehr witzig. Nicht selten geht man abends sogar miteinander aus. Das Team ist sehr klein und dadurch familiär. Man wird auch hier mit in die OPs eingebunden und kann mit dem OA z. B. eine Pneumektomie durchführen. d) Das Team ist wiederum sehr groß und man läuft häufig nur mit. Im OP herrscht eine witzige Atmosphäre und man hört zum Operieren (nach Abtreten des CA/OA) laut Musik. Beim Operieren macht man selbst nicht so viel, kann mal Arm oder Bein lagern, ist aber immer herzlich am Tische willkommen. Man geht locker mal mit 15-20 Leuten auf Visite, steht dann dazwischen und wird auf einmal vom OA ausgefragt. Insgesamt empfehle ich gleich lange Aufenthalte in a)-d), weil a) und d) wichtig für das Studium und b) und c) extrem spannend sind und man viel mitoperieren kann. Man kann auch gerne mal während der OP-Vorbereitung bei der Anästhesie anfragen, ob man intubieren oder eine Arterie legen kann. Manchmal hat man Glück, insgesamt sind sie jedoch sehr skeptisch, ob man's drauf hat. Ein Versuch ist es wert. Auch kann man mal z. B. in die Urologie rübergehen, falls man sich für Nephrektomie o. ä. interessiert. Man verabredet sich dann für die OP. Unbedingt muss man die herzliche Koordinatorin im Aufwachraum kennenlernen. Sie macht einen super Kaffee und freut sich sehr darüber, dass man Türkisch spricht. Das Mittagessen ist für PJ'ler (= "intörns") umsonst und sehr gut. Manchmal nach langem OP-Vormittag jedoch etwas wenig, glücklicherweise kann man von den tollen Brötchen nachnehmen. Sonst gibt's noch das Café im Innenhof für Snacks und außerdem für sehr guten türkischen Kaffee. Kleidung muss man selbst mitbringen und zuhause waschen. Fazit: Ich blicke auf eine der besten Zeiten meines Lebens zurück. Man ist überall so extrem willkommen und kann immer Fragen stellen. Ich habe mich den verschiedensten Leuten wie Ärzten, Studenten, Sicherheitskräften, Cafémitarbeitern angefreundet. Man muss jedoch seine Jobs etwas suchen und Erklärungen einfordern. Außerdem ist Izmir eine ganz tolle und sehr schöne Stadt, in die ich mich verliebt habe! Görüşmek üzere!
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