Mein Fazit ist durchwachsen. Neben der großen Visite und diversen Besprechungen und Tumorboards, die zum Programm gehörten, war ich in der Zeit im Wesentlichen dem Konsilardienst zugeteilt. Das Positive daran war, dass ich so das ganze Krankenhaus kennenlernen konnte, der Konsilent unter anderem für die Patienten zuständig war, die mit nicht-chirurgischen Bauchbeschwerden in die Notaufname kamen, und ich komplexe Patienten mit nicht allein GI-Problemen zu sehen bekommen habe. Der Nachteil war, dass ich sehr von einer einzelnen Ärztin abhängig war, und diese mir kaum Aufgaben übertragen oder mir etwas zugetraut hat. Zudem ist der Konsilardienst zum Teil sehr stressig für den Arzt und dieser wird von Telefonaten überhäuft – dann konnte ich nur hinterherrennen oder daneben stehen. An anderen Tagen wiederum gab es kaum Patienten zu sehen. Oft durfte ich ein Konsil vorbereiten, mich in die Akten einlesen und eine Computernotiz beginnen, und am Ende hat die Ärztin doch wieder alles selber gemacht und für mich war es nur eine Trockenübung. Ab und zu durfte ich schonmal zu einem Patienten vorgehen und die Anamnese erheben (was von der Ärztin dann nochmal gemacht wurde). Nützlich fühlen durfte ich mich zu keinem Zeitpunkt. Am Anfang habe ich mich sehr angestrengt um zu zeigen, dass ich durchaus zu mehr fähig bin (der erste Eindruck, den ich aufgrund von Sprachbarriere und Nervosität hinterlassen hatte, war vielleicht nicht der beste), ohne viel Erfolg. Am Ende habe ich versucht, das Beste draus zu machen, habe die Zeit vorm Computer zum Studieren genutzt, mir Endoscopien und ERCPs angeschaut, mit den Schwestern Zugänge legen geübt, andere Ärzte gefragt, ob ich ihre Patienten in der Poliklinik sehen darf (und da auch echt etwas Eigenständigkeit und positives feedback erfahren. Und tollen “Privatunterricht†von einem der Professoren bekommen.) Die Lehre war in Summe gut, es gab jeden Morgen mind. eine halbe Stunde Unterricht für alle Ärzte.
In Summe würde ich aber keine 2 Monate hier empfehlen (max. ein Monat zum Schnuppern). Viel besser: die Kardiologie im RadboudUMC (siehe auch getrennte Bewertung).