PJ-Tertial-Bericht am Sophien- und Hufeland- Klinikum

Unfallchirurgie

Weimar, Deutschland · 8 Wochen · Station 1 · 06/2016 – 10/2016

Veröffentlicht am

1.00
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 1
Team Station 1
Kontakt zur Pflege 1
Ansehen des PJlers 1
Klinik insgesamt 1
Unterricht 1
Betreuung 1
Freizeit 1
Station / Einrichtung 1

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0
Vergütung
597

Erfahrungsbericht

Ganz ehrlich? Chirurgie war das Fach, das ich am meisten hasste, vor dem ich absolut Angst hatte und bei dem ich mit einer Freundin im Spaß überlegt habe, ob sie nicht mein Tertial unter falschem Namen macht und ich dafür ihr Innere Tertial übernehme. Bis dato bin ich jedes Mal im OP umgekippt, ich kannte nur genervte OP-Schwestern und unempathische Ärzte - naja, Chirurgen halt. Ich hatte das Tertial in den Sommer gelegt, mir vier Wochen Urlaub aufgehoben und mir damit die äußeren Umstände so gut wie möglich gehalten, um irgendwie diese ewig lange Zeit unbeschadet hinter mich zu bringen. - Und dann kam alles anders. Nachdem ich in Weimar gesagt hatte, dass ich nicht in den OP möchte, weil ich immer umkippe - Wunder geschehen - wurde ich zu keiner OP eingetragen oder Assistenzärzte sind für mich eingesprungen (auch wenn denen dafür manchmal das Mittagessen ausfiel). Ich hab viel Zeit in der Notaufnahme verbracht, wo ich auch selbst Patienten untersuchen und Therapievorschläge geben konnte. Und ich hab in diesem Tertial tatsächlich gelernt, wie man Briefe schreibt. Okay, chirurgische Briefe. Aber ich hatte tatsächlich Spaß. Ich hatte so gut wie immer eine Mittagspause und ich habe im ganzen Tertial vielleicht lächerliche 2 Überstunden gesammelt. Maximal. Nach knapp zwei Monaten hat mir ein Arzt erzählt, er sei anfangs auch immer umgekippt und hatte schon gar keine Lust mehr auf OPs. Und diese Ehrlichkeit hat mich inspiriert was gegen meine Angst zu unternehmen (und auch, dass es niemand erwartet oder mich dazu gezwungen hat). Letztendlich hab ich es mit viel Ruhe und Dank liebenswerter OP-Teams geschafft, erst kleine OPs anzuschauen (!) und dann sogar zu assistieren. Unglaublich. Am Ende wurde ich sogar angerufen, wenn es in der Notaufnahme was zu nähen gab. Manchmal muss man über seinen Schatten springen um zu sehen, was man alles kann. Dafür braucht man aber ein Umfeld, das einem die Möglichkeit dazu gibt und einen eigene Entscheidungen treffen lässt. Am Ende hab ich weniger Urlaub genommen (verrückt!), mehr Dienste als nötig gemacht und war auch vor dem Staasexamen nochmal ein paar Tage da, um nicht in der Theorie der Lehrbücher zu ertrinken (total verrückt). Ach so, und ein Jobangebot hab ich auch bekommen. Was das größte Kompliment von allen war. Ich hab gern mit euch allen gearbeitet, ich hab so viel gelernt (auch über mich ), wie in keinem anderen Tertial. Doch trotz all dem, ich bleibe bei der Psychiatrie :)

Bewerbung

Lief alles übers Studiendekanat.
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