PJ-Tertial-Bericht am Ostseeklinik Damp

Innere

Damp, Deutschland · 16 Wochen · Station Rheumatologie · 08/2007 – 12/2008

Veröffentlicht am

1.53
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 1
Team Station 2
Kontakt zur Pflege 1
Ansehen des PJlers 1
Klinik insgesamt 1
Unterricht 3
Betreuung 1
Freizeit 6
Station / Einrichtung 1

Details zum Einsatz

Vergütung
100

Erfahrungsbericht

Am ersten Tag wurden wir feundlich vom Klinikdirektor begrüßt und vom Chef der Inneren persönlich abgeholt. Es herrschte eine freundliche Athmosphäre und man merkte gleich, dass man sich auf uns freute. Nachdem man uns auf die verschiedenen Stationen aufgeteilt hatte, wurde man schnell in den Alltag integriert, der wie folgt aussah: 0800 Frühbesprechung und Verteilung der Aufnahmen unter den Assistenzärzten und den PJ`lern. Zum Anfang war es ein Patient pro Tag, zumeist von der eigenen Station. Nachdem man sachte an die Aufnahme herangeführt wurde (habe mir 3 Aufnahmen von den Assistenzärzten angesehen), wurde von nun an jeden Tag ein Patient selber aufgenommen und die ersten vier Wochen dem Chef im Laufe des Tages vorgestellt. Hierbei herrschte immer eine freundliche Atmosphäre und auch grobe Fehldiagnosen wurden einem nicht übel genommen, sondern mit dem Chef konstruktiv besprochen. Darauf wurde zusammen das weitere Prozedere besprochen und angeordnet. Nach diversen Schreibkram wurde der Aufnahmebogen noch diktiert und fertig war die Aufnahme. Die gefürchteten Visiten in der Inneren waren lang, man hatte aber eigene Patienten, die dem Visitierenden vorgestellt wurden und bei dem man auch die Entlassungsbriefe schrieb. Insofern waren sie spannend und man stand nicht nur blöde rum. Die Oberarztvisiten waren besonders lehrreich, da hier auch andere Themen (meist kardiologische) behandelt wurden. Die E-Briefe wurden gemeinsam mit dem Stationsarzt besprochen, so dass man immer ein Feedback hatte und sich selbst im Laufe der Zeit verbesserte. Vor und nach der Visite hatte man Gelegenheit, in der Diagnostik zuzuschauen und auch selbst zu sonographieren (wobei der Oberarzt ein über die Schulter schaute und sarkastisch in die Materie einführte :) Nach dem Mittagessen, welches meist gut war, ging es in die Röntgenbesprechung (2x die Woche) und ansonsten nahm man seine Patienten auf und stellte sie vor. Alles in allem war das Tertial (mein erstes) fachlich sehr gut. Es herrschte eine freundliche Atmosphere und man fühlte sich gefordert, da man letztenendes die Aufgaben eines Assistenzarzt übernahm und gut angeleitet wurde. Das Pflegeteam war sehr nett und man freute sich jeden Tag, zur Arbeit zu gehen (geht mir im meinem aktuellen Tertial nicht so). Jeden Freitag musste ein Pj´ler in die "Nephrologie", was eher eine Dialysestation mit konsilliarisch tätigen Chefarzt war. Dieser war zwar sehr bemüht, einem was beizubringen, trotzdem war der Freitag nicht gerade sehr beliebt, da man den ganzen Tag hinter dem Chefarzt herlief und sich das selbstständige Arbeiten in Grenzen hielt (man nahm die konsilliarischen Patienten in einer Art Kurzanamnese auf und stellte sie dann vor; etwa 1/4 der Patienten kannte man bereits, da man nen Tag zuvor das Konsil auf Station selbst geschrieben hatte :) Dafür gabs dann um 1430 (!) am Freitag die wöchentliche Fortbildung mit dem Chef der Nephrologie, die im kleinen Kreise stattfand und immer sehr lehrreich war. Sonstige Fortbildungen fanden zwischen dem Stationsalltag statt, in dem der Oberarzt einen anrief (ja, man hatte als PJ`ler ein eigenes Telefon) und man in seinem Büro kardiologische Themen behandelte. Wenn der Chef einen spannenden Fall in seiner Sprechstunde hatte, wurden wir auch kurzerhand angerufen. Nach dem Hohelied nun noch das negative: die Wohnsituation Wir wohnten im Schwesternwohnheim, welches wie sämtliche Gebäude in Damp mit dem Charme der 70er glänzte. Ich wurde am ersten Tag zu einem 24jährigen FSJ`ler zugeteilt, mit dem ich mir ein etwa 10 qm großes Zimmer teilen durfte. Bestandteile: 2 Betten, kleiner Schreibtisch, Einbauschrank, Küche im Flur und kleines Bad. Nachdem ich mir die Lebensgeschichte anhören durfte und Fragen a là "Ihr Ärzte raucht und sauft doch alle, oder?" beantworten durfte, beschloß ich, am nächsten Tag zu unserem Famulanten zu ziehen. Der hatte zwar das einzige Zimmer ohne Küche erwischt, war aber ein wesentlich angenehmer Bettnachbar. Also: Die Unterbringung war eine Frechheit. Man ist keine 17 mehr und brauch auch nen bisschen Privatsphäre. Das habe ich auch diverse Male angesprochen, hat aber nichts an der Situation geändert. Der Höhepunkt war noch eine Nachzahlungsforderung der Verwaltung in Höhe von 200€, da die Verwaltungsleitung behauptete, ich hätte explizit ein Einzelzimmer verlangt (der Famulus blieb nur vier Wochen) und wurde über die Kosten informiert. Na ja, nach 4 Telefonaten mit verschiedenen Leuten aus der Verwaltung konnte ich es letztenendes doch noch mit der Verwaltungschefin klären. P.S.: In meinem jetzigen Tertial wohne ich mit ner Schwesternschülerin zusammen, aber in getrennten Betten :) Fazit: Ausbildung spitzenmäßig, Wohnen absolut mies (scheint die Verwaltung auch nicht zu kümmern)

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