PJ-Tertial-Bericht am Inselspital Bern

Herz-/Gefäßchirurgie

Bern, Schweiz · 8 Wochen · Station N-Nord · 03/2015 – 04/2015

Veröffentlicht am

1.47
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 1
Team Station 1
Kontakt zur Pflege 3
Ansehen des PJlers 1
Klinik insgesamt 1
Unterricht 3
Betreuung 2
Freizeit 3
Station / Einrichtung 1

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0
Vergütung
1100

Erfahrungsbericht

Auch als chirurgisch nicht besonders interessierte Studentin hatte ich am Inselspital eine gute Zeit. Man wird sehr warmherzig im Team aufgenommen, die Klischees über den rauen Umgangston im OP und den niedrigen Stand des Studenten treffen hier bis auf wenige Ausnahmen nicht zu. Wie überall gibt es mehr oder weniger hilfsbereite und erklärungsfreudige Ärzte, aber man ist als Student so gut wie nie Störfaktor und die Arbeit wird wertgeschätzt. Der Draht zu den Ober- und sogar Chefärzten war gut, die Hierarchien tatsächlich flacher als in Deutschland gewohnt. Leider gab es wenige studentenspezifische Fortbildungen, das war evtl saisonbedingt, der Nahtkurs fand regelmäßig statt und war gut. Allerdings muss man sich auf eine hohe Arbeitsbelastung einstellen. Je nach Anzahl der Studenten kann man sich OP und Stationsarbeit aufteilen, es kann also bei wenigen Unterassistenten passieren, dass man seine Zeit hauptsächlich im OP zubringt (wenn man das mag, super). Auch die in der Schweiz übliche 50-Stunden-Woche ist gewöhnungsbedürftig. Am anstrengendsten waren jedoch die Pikett-Dienste (Rufbereitschaft). Diese sind unvergütet (anders als in den Arbeitsbedingungen angegeben), steht man jedoch nach 12 Uhr nachts im OP, darf man am nächsten Tag "kompensieren". Jede Nacht muss durch Studenten abgedeckt sein, d.h., sind nur wenige Studenten in der Abteilung, muss man entsprechend häufiger Dienst schieben. Darüber muss man sich vor Beginn des Tertials hier klar sein. Die Vergütung mit 1200 CHF brutto ist verglichen mit deutschen Verhältnissen eine völlig neue Welt, jedoch sind die Lebenshaltungskosten in der Schweiz auch entsprechend, und da man kein Mittagessen gestellt bekommt, trägt man neben der Miete fast sein komplettes Gehalt zurück in die Klinik. Unterm Strich ist diese Abteilung für jeden herz- oder gefäßchirurgischen Interessierten ein absoluter Gewinn, wem die Chirurgie nicht so viel gibt, hat hier sicherlich auch eine gute Zeit, sollte sich aber die wenige Freizeit vor Augen halten.

Bewerbung

Uninternes Austauschprogramm, ehemals als Erasmus möglich. Ca. 1,5 Jahre im Voraus.
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