PJ-Tertial-Bericht am Universitaetsklinikum Giessen

Allgemeinchirurgie

Giessen, Deutschland · 4 Wochen · Station 10 · 08/2013 – 09/2013

Veröffentlicht am

4.27
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 5
Team Station 2
Kontakt zur Pflege 3
Ansehen des PJlers 4
Klinik insgesamt 5
Unterricht 5
Betreuung 3
Freizeit 5
Station / Einrichtung 2

Details zum Einsatz

Weitere Tätigkeiten
0
Vergütung
300

Erfahrungsbericht

Insgesamt war der Abschnitt in der Allgemein- und Thoraxchirurgie sehr schlecht. Der typische Tag beginnt mit der Visite um 7:15, gefolgt von der Frühbesprechung bis ca. 8:00. Wenn man dann nicht schon (namentlich) im OP eingeteilt ist (manchmal den ganzen Tag), fängt man mit Stationsarbeit an, d.h. in erster Linie Blut abnehmen und Viggos legen. Seltener auch mal ein EKG schreiben oder eine Blutkultur anlegen. Die Fortbildungen am Mittwoch sind mittelmäßig, aber qualitativ auch sehr abhängig vom Dozenten. Die OP-Tätigkeit ist ebenfalls extrem Dozenten-abhängig, bei einigen wenigen ist es in Ordnung Fragen zu stellen und diese beantworten selbige meist auch gerne und vollständig, beim Großteil ist allerdings im wahrsten Sinne des Wortes "Haken und Fresse halten" angesagt, vor allem beim Chef. Die Stimmung ist meistens sehr angespannt, was dem Chefarzt Professor Padberg zu verdanken ist, der eigentlich täglich mit direkt-persönlichen Beleidigungen ("Eine Frau kann eben keine Haken halten", "Sie sind so dumm, man müsste Ihnen das Wählen verbieten" nur als kleine Auswahl) oder indirekt-perfiden Bosheiten Ärzte, Pfleger/OTAs und Studenten fertigmacht. Dass überhaupt jemand bereit ist unter solchen Umständen in der Abteilung zu arbeiten ist mir völlig schleierhaft. Studientage werden gerne mal von der zuständigen Oberärztin kommentarlos gestrichen wenn zu viele PJler (max 2) schon einen machen oder insgesamt zu wenige da sind. Dabei wird einem schnell klar, was man für die Uniklinik ist: eine billige Arbeitskraft und so wird man auch von den meisten behandelt. Überstunden sind keine Seltenheit (teilweise bis spät abends oder sogar nachts) und möchte man diese "abarbeiten" muss man sich dafür auch noch blöd anmachen lassen. Es muss jeder Tag von einem Pjler im Dienst besetzt sein und jeder muss im Verlauf des gesamten Tertials 6 Dienste, davon 2 am Wochenende, gemacht haben. Dafür bekommt man den nächsten Tag frei und einen Ausgleich von ca. 70€. Gelernt habe ich kaum etwas, obwohl ich Eigeninitiative gezeigt habe und Fragen gestellt habe. Positiv kann ich nur hervorheben, dass die Assistenzärzte eigentlich immer freundlich waren und (wenn sie Zeit hatten) auch bereit waren einem das ein oder andere zu zeigen/beizubringen. Unterm Strich muss ich aber wirklich allen davon abraten hier ihr Chirurgie-Tertial zu absolvieren. Ich bin froh, dass ich nach 4 Wochen die Abteilung wechseln konnte.
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