PJ-Tertial-Bericht am Universitaetsklinikum Giessen

Urologie

Giessen, Deutschland · 16 Wochen · Station 1 / 2 / 4 · 08/2011 – 12/2011

Veröffentlicht am

1.93
Ø Gesamtnote
aus 9 Kategorien

Einzelbewertungen

Gesamt 2
Team Station 1
Kontakt zur Pflege 1
Ansehen des PJlers 3
Klinik insgesamt 2
Unterricht 2
Betreuung 3
Freizeit 1
Station / Einrichtung 2

Details zum Einsatz

Vergütung
0

Erfahrungsbericht

TAGESABLAUF Der Tag beginnt um 07:30 Uhr mit der Frühbesprechung und endet meist nach der Mittagsbesprechung. Diese beginnt um 14:30 Uhr und dauert ca. eine Stunde. Man ist also jeden Tag spätestens zwischen 15 und 16 Uhr zuhause. Die PJs werden als „MPJ“ auf den OP-Plan geschrieben und sollen sich untereinander einigen. Das hat bei uns immer sehr gut funktioniert! Wenn man nicht in der ersten OP eingeteilt ist, wird erstmal visitiert (jeden Tag mit Oberarzt!) und im Anschluss Blut abgenommen, Viggos und Katheter gelegt. Prinzipiell ist man nur für seine eigene Station verantwortlich (eine Station hat ca. 15 Betten). Da das Team aber so nett war und die Ärzte sich mit den Anordnungen zurückgehalten haben, haben wir meist auch für die anderen Stationen Blut abgenommen (es gibt 3 Stationen). Wenn die Station voll belegt war hatte ich meist so zwischen 4 und 8 Blutentnahmen. Auf Station 4 gibt es mehr Arbeit, da dort hauptsächlich schwerkranke Patienten liegen, die engmaschiger kontrolliert werden müssen. Viggos gab es nur sehr wenige zu legen. Im Anschluss hat man die Routine-Sonographien für die eigene Station selbstständig durchgeführt und befundet. Die Bilder bespricht man im Anschluss mit einem Assistenten und sollte sie anfangs abzeichnen lassen. Bei Unsicherheiten konnte man immer jemanden dazuholen. POSITIV - Sehr freundliches Ärzteteam! - Sehr freundliches Pflegeteam! Insbesondere der Umgang miteinander war sehr positiv. Die Pflege hat uns PJs als „Jungärzte“ betrachtet und nicht als „1-Euro-Jobber“, wie ich es in späteren Tertialen erlebt habe. Der Umgang war durch die Bank weg sehr kollegial! Ich bin jeden Tag gerne in die Klinik gegangen. - Insgesamt angenehmes Klima auch im OP. - Wöchentliche Fortbildungen finden auch tatsächlich statt und werden von Oberärzten durchgeführt. - Man kann jeder Zeit in die Ambulanz gehen und dort entweder zusehen ' (nach kurzer Zeit sehr langweilig) oder selbst Patienten aufnehmen, die zur stationären Aufnahme kommen. - Jeden Tag OA Visiten. Je nach OA kann man hier ganz gut was lernen. Wie immer muss man sich sein Wissen aber hartnäckig „erfragen“. - Mittagspause immer möglich. - Studientage frei verfügbar (allerdings nicht gesammelt am Ende!). Man muss die Tage nicht anmelden und nicht abzeichnen lassen. Der zuständige OA hat uns zu verstehen gegeben, dass er es mit den Studientagen nicht so eng sieht, so lange es nicht Überhand nimmt und die Routinearbeiten auf den Stationen laufen. - Ich hab‘ immer wieder gehört, dass der Chef der Urologie ja gaaaaanz böse sein soll. Totaler Quatsch! Klar wird er gegenüber seinem Team auch mal ungemütlich, aber insgesamt ein wirklich sehr netter Mann, der v.a. zu uns PJs immer sehr freundlich war. Auch im OP war es immer lustig und angenehm mit ihm. NEGATIV - Zu meiner Zeit keine Bezahlung, kein freies/ermäßigtes Essen. - Die Oberärzte führen zwar die Fortbildungen durch, aber interessieren sich nicht sonderlich für das was die PJs machen. Wir waren die meiste Zeit zu zweit und nach 4 Monaten kannte nur ein Oberarzt unseren Namen. Das führte im OP auch teilweise zu Verwirrungen wenn man permanent mit „Sie“ oder „Hallo Sie da“ angesprochen wurde. Insgesamt empfinde ich es auch als das Mindeste von Anstand, sich den Namen von jemandem zu merken, der 4 Monate lang jeden Tag zuarbeitet und im OP Haken hält. - Im OP selbst teilweise etwas öde. Man darf NICHTS selbst machen. Keinen Hautschnitt und erst recht keine Zirkumzision, wie es wohl in anderen Häusern üblich ist. Wenn’s ganz hoch kommt darf man mal die Drainage annähen. Die meisten Wunden werden geklammert und wenn es doch mal was zu nähen gibt machen es die OÄs meist selbst (und ich hab‘ mich nicht dumm angestellt). So mancher nimmt einem sogar den Sauger aus der Hand. Lernen kann man hier nichts, auch nicht wie man anständig assistiert! Die eigene Tätigkeit besteht im Haken halten. - Die Prüfung im Staatsexamen war m.E. unfair. Ich war SEHR GUT auf Urologie vorbereitet und mir wurde nicht annährend die Chance gegeben mein Wissen aufzuzeigen. Stattdessen wurde ich lange 20 Minuten über resistente Erreger von Urethritis/Epididymitis und antibiotische Therapie geprüft. Darunter fanden sich fragen, die bspw. anfingen mit: „Sie sind im Senegal und haben kein Labor zur Verfügung…“. Die Prüfung war insgesamt unangenehm und hätte eben so gut eine mikrobiologische Prüfung sein können. Sowas passiert einem an einem kleineren Haus nicht. Trotz all der positiven Aspekte würde ich deshalb mein PJ nicht noch einmal dort absolvieren. - Wir waren anfangs nur zu zweit. So war immer einer im OP und der andere hat die Stationen geputzt. Das hat gut funktioniert und Spaß gemacht. Am Ende waren wir allerdings zu sechst (zwei Wahlfach PJs + zwei chirurgische PJs, die einen Fluchtmonat eingelegt haben) und das waren ganz klar zu viele. Wir hatten praktisch ab 09:00 Uhr nichts mehr zu tun. Da es nur einen OP gab‘ und meist einer Studientage hatte, saßen wir praktisch ab 09:00 Uhr auf Station rum und haben uns gelangweilt. Meist sind wir dann so verfahren, dass einer oder zwei dableiben und der Rest nach Hause geht. Klingt womöglich verlockend, ist meiner Ansicht aber nicht Sinn der Sache…. FAZIT Insgesamt mein lehrreichstes und angenehmstes Tertial. Könnte ich es mir nochmal aussuchen, würde ich dennoch nach Wetzlar gehen.

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